Pensionsfonds der Franziskaner Schwestern Nonnen reden US-Bank Wells Fargo ins Gewissen

Eine Gruppe von religiösen Investoren hat die skandalgeschädigte US-Bank dazu gedrängt, ihre Unternehmenskultur kritisch zu beleuchten.
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  • Katharina Kort
Nonnen werfen der traditionsreichen US-Bank unethisches Verhalten vor. Quelle: AP
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Nonnen werfen der traditionsreichen US-Bank unethisches Verhalten vor.

(Foto: AP)

New YorkMit Beichten kennen sich Nonnen aus. Im Falle von Wells Fargo haben sie das Management nun zu einer Art öffentlichen Beichte gedrängt. Der Pensionsfonds der Franziskaner-Schwestern und andere religiöse Investoren haben erreicht, dass die Skandal-umwitterte Bank in einem öffentlichen Bericht die Kultur beleuchtet, die zu den Verfehlungen bei der Bank geführt haben. Das berichtet die Nachrichten-Agentur Bloomberg.

Wells Fargo ist eine amerikanische Traditionsbank aus San Francisco, die in den vergangenen 18 Monaten vor allem mit Skandalen von sich reden gemacht hat. Vor allem die finanziellen Anreize für oft unrealistische Forderungen haben dazu geführt, dass die Mitarbeiter Millionen von Konten im Namen von Menschen eröffneten, die davon gar nichts wussten. Mindestens drei verschiedene Ermittlungen laufen deshalb derzeit gegen die Bank.

„Sie befanden sich in einer Kultur, in der sie glaubten, dass ihre Vision und Werte sie die vergangenen 30 Jahre getragen haben und dass diese sie auch weiter tragen würden“, sagte Schwester Nora Nash, die den Pensionsfonds der Sisters of St. Francis of Philadelphia betreut.

Doch diese Visionen und Werte waren nicht im Sinne der Schwestern oder auch der Kunden. „Offensichtlich gab es riesige Risiken in ihrer Kultur und wir müssen und den Ethik-Kodex und die Verantwortlichkeiten genau anschauen und uns wirklich die Bedürfnisse der Kunden und der Gemeinden anschauen“, sagte sie.   

Gemeinsam mit 20 anderen religiösen und staatlichen Investoren und angeführt vom Interfaith Center on Corporate Responsibility hatten die Franziskaner-Nonnen sicher stellen wollen, dass die neuen Anreize und Bonusprogramme im Interesse der Kunden sind. Außerdem sollte die Bank Stellung nehmen, wie sie ihr Risikomanagement verändert, damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.

Wells Fargo bestätigte am Dienstag, dass die Bank zugestimmt hat, einen Bericht über seine Geschäftsstandards im Internet zu veröffentlichen. „Wir freuen uns darauf, weiter mit dem Interfaith Center on Corporate Responsibility zusammenzuarbeiten“ ließ eine Sprecherin der Bank wissen. Mit der Veröffentlichung verhindert das Management auch, dass die Investoren einen entsprechenden Antrag auf der Hauptversammlung im April stellen.

Der Beichte muss bekanntlich die Reue folgen. Ob und wie viele Rosenkränze die Bank-Manager beten mussten ist nicht bekannt.

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