Personalkarussell dreht sich Dresdner Bank ordnet Geschäfte neu

Die Dresdner Bank fasst das Geschäft mit großen Firmenkunden und die Investmentbank zusammen. Leiter der neuen Einheit Corporate & Investment Banking wird der frühere Investmentbanking-Chef der Münchener HVB, Stefan Jentzsch.
Bei der Dresdner Bank wird umgebaut

Bei der Dresdner Bank wird umgebaut

HB FRANKFURT. Der ehemalige Investmentbanking-Chef der HVB hatte bei den Münchenern überraschend gekündigt, nachdem Deutschlands zweitgrößte Bank von der italienischen Unicredito übernommen wurde. Der bisherige Chef von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), Andrew Pisker, wird die Investmentbank im Zuge des Umbaus verlassen.

Mit der Bündelung der Aktivitäten in der Sparte Corporate & Investment Banking will die Dresdner Bank ihre Ertragskraft deutlich steigern: Bis 2008 soll die Rendite auf zwölf Prozent nach Steuern klettern. 2005 will die Bank - erstmals seit Jahren - zunächst ihre Kapitalkosten verdienen, was einer Rendite von knapp neun Prozent entsprechen würde.

Die Allianz hatte die Dresdner Bank 2001 für 24 Mrd. Euro gekauft, allerdings damit einen jahrelangen Verlustbringer erworben. Spekulationen über einen Verkauf oder Börsengang der Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) hielten sich hartnäckig. Im dritten Quartal 2005 hatte die DrKW einen Gewinneinbruch verkraften müssen. Höhere Bonus- und Steuerzahlungen hatten ihr zu schaffen gemacht. Fast alle anderen Investmentbanken hatten im selben Quartal wegen der florierenden Börsen hohe Gewinnzuwächse erzielt.

Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter schloss nicht aus, dass es durch die Bündelung von Investmentbank und Firmenkundengeschäft einen Stellenabbau geben könnte. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht. Die bis 2008 geplanten Ergebnisverbesserungen will er vor allem durch steigende Erlöse erreichen, unter anderem sollen mittelgroßen Firmen mehr Kapitalmarktprodukte verkauft werden. Das Marktwachstum in dem Bereich liege bei fünf bis zehn Prozent pro Jahr, in dieser Größenordnung wolle auch die Dresdner Bank zulegen, erläuterte der Bankchef. Die Kosten sollen aber nicht steigen: „Ziel ist, die Kostenbasis von 2005 von etwa fünf Mrd. Euro bis 2008 stabil zu halten“, sagte Walter.

Zweites Standbein der Dresdner Bank neben der neuen Einheit sei das Geschäft mit privaten Kunden und kleineren Firmenkunden, hieß es. Vertrieb und Produktion für Privatkunden und kleinere Geschäftskunden würden im Bereich Private & Business Clients zusammengefasst.

Im Vorstand werde der 49-jährige Stephan-Andreas Kaulvers den Vertrieb in diesem Segment für Deutschland verantworten. Die Produktzuständigkeit der Sparte sowie die in- und ausländische Vermögensberatung verantworte im Führungsgremium der 48-jährige Andreas Georgi. Ausweiten will Walter das Geschäft mit vermögenden Kunden. Bislang würden Reiche in 120 der rund 900 Filialen gesondert betreut. Künftig solle dies an 250 Standorten möglich sein.

Walter verspricht sich auch durch die Bündelung bei Privat- und kleineren Geschäftskunden Synergieeffekte, bezifferte diese aber nicht. Damit spiegele sich in der Dresdner Bank auch die Neuausrichtung des Mutterkonzerns wider. Die Allianz führt in Deutschland ihre Versicherer zusammen, die bisher getrennten Vertriebe landen einer neuen Vertriebsgesellschaft.

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