Personalkarussell: HSBC tauscht Führungsriege fast komplett aus

Personalkarussell
HSBC tauscht Führungsriege fast komplett aus

Der langjährige Vorsitzende Michael Geoghegan verlässt die britische Bank zum Jahresende. Auf ihn folgt Stuart Gulliver, der bisherige Finanzchef. Auch der Verwaltungsrat erhält einen neuen Chef. Analysten stehen den Wechseln skeptisch gegenüber.
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HB LONDON. Die britische Großbank HSBC wechselt ihre Führungsspitze aus. Nachdem der bisherige Verwaltungsratschef Stephen Green als neuer Handelsminister in die Regierung von Premier David Cameron wechseln soll, nimmt auch Unternehmenschef Michael Geoghegan seinen Hut, wie die Bank am Freitagabend mitteilte. Geoghegans Nachfolger an der Unternehmensspitze wird zum Jahreswechsel Stuart Gulliver, der bislang der Investmentbank des Konzerns vorsteht. Die Funktion des Verwaltungsratschefs übernimmt der bisherige Finanzvorstand Douglas Flint.

Mit dem Umbau der Führungsspitze beschleunigt die HSBC nach eigener Darstellung ihre ursprünglichen Pläne. Der 56-jährige Geoghegan soll nun zum Jahresende aus dem Management ausscheiden.

Dem Unternehmen bleibt er den Angaben zufolge nur noch ein Vierteljahr als angestellter Berater erhalten und geht dann in Rente. Sein Nachfolger Gulliver, 51 Jahre alt und seit 30 Jahren bei der HSBC, soll dann bereits das Ruder in der Hand halten.

Die HSBC war unter der Führung von Green und Geoghegan mit vergleichsweise geringen Schäden durch die Finanzkrise gekommen. Der 61-jährige Stephen Green gilt als hervorragender Bankmanager mit guten Verbindungen in die asiatischen Märkte. Er soll Anfang 2011 den bislang unbesetzten Posten des britischen Handelsministers übernehmen.

Nach Bekanntwerden des Wechsels hatte Geoghegan laut Medienberichten Anspruch auf den Posten des Verwaltungsratschefs der Bank angemeldet, war damit jedoch gescheitert. Die Bank hatte diese Behauptung hingegen als „Unsinn“ zurückgewiesen. Nun soll der 55-jährige Douglas Flint am 3. Dezember die Nachfolge von Green an der Spitze des Verwaltungsrats antreten.

Analyst - kurzfristig sind Wechsel schlecht

Zwar hießen die Analysten die Personalentscheidungen willkommen, legten jedoch ihren Fokus auch auf die Auswirkungen in naher Zukunft. „Kurzfristig gesehen sind das schlechte Nachrichten“, sagte Analyst Chris Wheeler von Mediobanca. Diese Änderungen seien ziemlich beachtlich für ein Unternehmen mit dieser renommierten Führung.

Mit dem Wechsel bei der HSBC wächst die Liste der Großbanken mit Veränderungen in der Chefetage. Auch bei der UniCredit, bei Barclays und Lloyds sind jüngst führende Posten vakant geworden.

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