Peter Sands im Interview
Chef von Standard Chartered wettert gegen Bankenreform

Standard Chartered mag eher unbekannt sein, aber die britische Bank ist gemessen am Börsenwert etwa so groß wie die Deutsche Bank. Ihr Chef Peter Sands spricht im Handelsblatt-Interview Klartext über die Bankenreform.
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FrankfurtDer Vorstandschef der britischen Bank Standard Chartered, Peter Sands, beklagt sich über die Sonderabgaben, höheren Spitzensteuern und die bevorstehenden harten Bankreformen in Großbritannien. Zwar würde Standard Chartered nur etwa 13 Prozent des Gewinns in Großbritannien erzielen.

Die Sonderabgaben der neuen konservativ-liberalen Koalition berechne die britische Regierung aber auf Basis der weltweiten Bilanzsumme. "Das kostet uns 190 Millionen Dollar in diesem Jahr und trifft Standard Chartered härter als alles, was wir an Kreditverlusten in der Finanzkrise zu tragen hatten", klagte Sands im Gespräch mit dem Handelsblatt. Wegen der Steuern und der Regulierung bezeichnet der den Standort London als "nicht mehr so attraktiv". Die Standorte in Singapur und Hongkong gewännen zunehmend an Gewicht.

Die Welt stehe in den nächsten Jahren ohnehin vor einer Verschiebung des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrums vom Westen in Richtung Asien, sagte Sands weiter. So werde Indien in den kommenden "20 Jahren mehr Hochschulabsolventen hervorbringen als der Rest der Welt". Das Institut, das seit rund 150 Jahren in Asien verwurzelt ist und einen Großteil seiner Gewinne dort erzielt, setzt auf die Mittelklasse in der Region, die so schnell wächst, dass jedes Unternehmen dort vertreten sein will.

Jedes Jahr steigt nach den Worten von Sands die Bevölkerung "um etwa 100 Millionen zusätzliche Menschen, die zehn bis 100 Dollar täglich verdienen". Übersetzt bedeute das, rund 80 Prozent des Wachstums werde in 20 Jahren aus Asien kommen. Sands will deshalb die Zahl seiner Mitarbeiter in der Region in diesem Jahr um 1000 aufstocken. Standard Chartered beschäftigt insgesamt 85.000 Mitarbeiter, davon nur drei Prozent in London.

Die schrittweise Öffnung der chinesischen Währung Renminbi bietet nach Sands Ansicht viele Möglichkeiten für Unternehmen, die Geld suchen. "Der Export des Renminbi wird anhalten", sagte er dem Handelsblatt. Auf Dauer werde er sich zur neuen Reservewährung neben dem Dollar und dem Euro entwickeln.

Allerdings werde es noch mehrere Jahre dauern, bis es soweit sei. "Die Chinesen werden sich schrittweise an eine frei Konvertierbarkeit des Renminbi annähern, sonst droht die Gefahr des Scheiterns und damit Instabilität in der wichtigsten Nation in Asien", urteilte Sands.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

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  • Es dürfte sich mit dem Fortschreiten der gegenwärtigen Verelendungs- und Verwahrlosungspolitik, die von den heutigen Industriestaatsregierungen betrieben wird, noch ergeben, dass dieser Spezies von Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaftsexponenten der Kopf verloren geht.

    Wie das im Detail abgewickelt wird, bleibt der weitern Realentwicklung überlassen. Vorhersagen oder Prognosen erübrigen sich.

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