Pfandbriefbank PBB
Cheflose HRE-Nachfolgerin plant Privatisierung

Das Neugeschäft macht der Nachfolgerin der Pleitebank Hypo Real Estate immer mehr Freude. Der Zinsüberschuss der PBB wächst – und damit auch der Gewinn. Doch die Herausforderungen werden nicht kleiner.
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MünchenBei der HRE-Nachfolgerin Pfandbriefbank PBB laufen die Vorbereitungen für die anstehende Privatisierung an. Zusammen mit der US-Bank Citigroup, die als Berater mandatiert wurde, werden in den kommenden Wochen in enger Abstimmung mit dem Bund die verschiedenen Optionen - Verkauf oder Börsengang - ausgelotet, wie Finanzchef Andreas Arndt am Donnerstag sagte. Wegen der Staatshilfen in der Finanzkrise muss die PBB auf Geheiß der EU bis spätestens Ende 2015 den Besitzer wechseln. Ein deutlicher Gewinnsprung zum Halbjahr und ein florierendes Neugeschäft dürften dem Immobilienfinanzierer dabei Rückenwind verleihen - hofft das Management.

„Wir liefern das, was wir versprochen haben“, kommentierte Arndt die Zwischenbilanz. Zur Jahresmitte ist die Hälfte des angepeilten Vorsteuerergebnisses von mindestens 140 Millionen Euro bereits geschafft. Allein im zweiten Quartal stieg das Ergebnis um 45 Prozent auf 45 Millionen Euro.

Dabei profitierte die PBB vor allem von einem höheren Zinsüberschuss, weil das Neugeschäft nach eigenen Angaben immer mehr abwirft. Insgesamt reichte die Bank im Quartal Darlehen über 2,7 (Vorjahr: 1,8) Milliarden Euro aus, auch wenn der Wettbewerb anzieht. Darüber hatte in dieser Woche auch die Rivalin Aareal Bank geklagt.

Die Eigenkapitalrendite lag per Ende Juni bei 4,3 Prozent nach Steuern - deutlich über dem Vorjahreswert von 2,5 Prozent, aber noch weit entfernt von den „Richtung acht Prozent“, auf die sie nach früheren Aussagen steigen soll. Der Wert ist zwar nur eine Hochrechnung auf das Gesamtjahr, für potenzielle Investoren aber trotzdem von großer Bedeutung. Gerade Immobilienbanken mit ihren großvolumigen und langlaufenden Kreditbeständen lassen sich seit der Krise nur schwer verkaufen. Die PBB finanziert auch öffentliche Infrastrukturprojekte.

Die Hypo Real Estate (HRE) stand in der Finanzkrise vor dem Aus und konnte nur dank staatlicher Hilfen im Volumen von zeitweise mehr als 100 Milliarden Euro gerettet werden. Ex-Chef Georg Funke muss nun einen Strafprozess fürchten. Die gefährlichsten Wertpapiere und Kredite wurden an die „Bad Bank“ FMS Wertmanagement ausgelagert, um mit der PBB einen Neuanfang zu wagen.

Die Vorzeichen für eine Privatisierung könnten allerdings besser sein: Denn auch für die Schwestergesellschaft, den irischen Staatsfinanzierer Depfa, hatte es mit Unterstützung der Citigroup einen Bieterprozess gegeben. Am Ende entschied sich der Bund als Eigner aber gegen einen Verkauf und stattdessen dafür, die Depfa-Bestände in der staatlichen „Bad Bank“ auslaufen zu lassen. Das sei für den Steuerzahler das bessere Geschäft, hieß es zur Begründung. Die Chefin der HRE und der PBB, Manuela Better, fühlte sich düpiert - und warf im Juni im Streit mit dem Bund hin. Sie hatte im Depfa-Verkauf eine Blaupause für die PBB gesehen.

Wer auf Better nachfolgt, ist weiter unklar. Die PBB äußerte sich dazu am Donnerstag nicht. Medienberichten zufolge hat Finanzchef Arndt gute Chancen, die Geschäfte nicht nur übergangsweise, sondern dauerhaft zu leiten. Finanzkreisen zufolge waren ursprünglich aber zwei Kandidaten im Gespräch.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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