Pfandbriefbanken
Berlin Hyp setzt auf Crowdinvesting

Immobilienfinanzierungen über Plattformen im Internet sind ähnlich beliebt wie umstritten. Nun hat sich mit der Berlin Hyp erstmals eine Pfandbriefbank an einer der neuen Finanzierungsplattformen beteiligt.
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MünchenIm ersten Moment klingt es so, als kämen mit der Berlin Hyp und der Crowdinvesting-Plattform Brickvest zwei Partner zusammen, die eigentlich gar nicht zusammenpassen. Auf der einen Seite die als grundsolide geltende Pfandbriefbank, auf der anderen Seite das noch junge Start-up aus der Finanzbranche, dessen Geschäftsmodell im Kern eine Immobilienbank überflüssig machen würde: Sie bringen Investoren und Entwickler großer Büro- oder anderer gewerblicher Gebäude ohne eine zwischengeschaltete Bank zusammen.

Dass beides aber doch zusammenpasst, wollen nun Berlin Hyp und Brickvest beweisen. In einer sieben Millionen Pfund schweren Finanzierungsrunde hat sich die Berlin Hyp mit einem kleinen siebenstelligen Betrag an Brickvest beteiligt und erhält dafür eigenen Angaben zufolge einen Anteil an dem Fintech im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Plan der Pfandbriefbank ist es, dieses Engagement in Zukunft noch weiter auszubauen. Konkrete Zahlen wollen die Beteiligten nicht nennen.

Die Vorstellung, dass sich die Berlin Hyp damit in das technische Know-how eines Fintechs „einkauft“, weist Sascha Klaus, Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp, zurück. Ihm gehe es um eine „strategische Partnerschaft“, die ein „Meilenstein“ in der Digitalisierungsstrategie des Unternehmens sei. „Wir wollen, dass die Plattform erfolgreich ist“, sagt Klaus. Eine Gemeinsamkeit ist dann auch schnell ausgemacht: Sowohl die Berlin Hyp als auch Brickinvest sind auf die Finanzierung von Gewerbeimmobilien spezialisiert.

Finanzierungsplattformen wie Brickvest sind in der Finanz- und Immobilienbranche umstritten. Auf diese Art und Weise suchen Unternehmen und Immobilienentwickler Kapital von einer Vielzahl von Investoren. Beim Crowdinvesting wird daher auch von Schwarmfinanzierung gesprochen. Bei Verbraucherschützern steht diese allerdings in der Kritik, denn das Kapital, das Investoren über die Plattform in die Finanzierung einbringen, wird in der Regel als Nachrangdarlehen vergeben. Das heißt, dass ihre Forderungen im Falle einer Insolvenz ganz hinten anstehen. Schlimmstenfalls droht der Totalverlust. Das hohe Risiko wird ihnen mit hohen Zinsen auf die Kapitalanlage bezahlt, häufig zwischen fünf und sieben Prozent.

Pfandbriefbanken hingegen gelten als solide Akteure am Markt, da die von ihnen finanzierten Kredite mit einem Pfand besichert sind – der Immobilie. Kann der Kreditnehmer nicht mehr zahlen, bleibt der Bank immer noch das Haus.

In der Anfangsphase der Finanzierungen über Crowdinvesting gab es keine großen Probleme. Mitte September jedoch gab es den ersten Fall, in dem ein Projektentwickler vorläufig Insolvenz beantragt hat, der zuvor Kapital über die die Crowdinvesting-Plattform Zinsland eingesammelt hatte.

Berlin Hyp-Chef Klaus ist sich der Skepsis gegenüber Crowdinvestment-Plattformen bewusst. Er erklärt jedoch: „Wir haben Geschäftsmodell und Investment intensiv und sorgfältig geprüft. Wir wissen, dass manche in der Branche Plattformen skeptisch gegenüberstehen – aber wir sind zu der klaren Überzeugung gekommen, dass die gewerbliche Immobilienfinanzierung vor einem erheblichen Transformationsprozess steht. Die Beteiligung zum jetzigen Zeitpunkt ist daher ein richtiger und wichtiger Schritt für uns.“

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Geld vom Schwarm als Eigenkapital

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