Pflichtverletzungen: HSH trennt sich von Chefjustititar

Pflichtverletzungen
HSH trennt sich von Chefjustititar

Wegen Pflichtverletzungen im Rechtsstreit mit einer türkischen Reederei hat die HSH Nordbank ihren Chefjustiziar Wolfgang Gößmann entlassen. Weitere dubiose Fälle der Landesbank warten weiter auf ihre Aufklärung.
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HamburgDie HSH Nordbank hat sich von ihrem Chefjustitiar Wolfgang Gößmann, der seit Monaten freigestellt war, getrennt. Ein Sprecher der Landesbank bestätigte die Kündigung.

Dabei beruft sich die Bank auf Pflichtverletzungen im langjährigen Rechtsstreit mit einer türkischen Reederei. Um den Rechtsstreit in ihrem Sinne zu beeinflussen, schaltete die HSH Nordbank den Sicherheitsdienstleister Prevent ein. Der Dienstleister sollte die Bank mit wirtschaftlicher und politischer Lobbyarbeit unterstützen. Dabei wurde ein Erfolgshonorar von 3,5 Millionen Euro gezahlt, das Gößmann im Frühjahr 2009 fälschlicherweise als sachlich richtig abgezeichnet hatte. Tatsächlich soll die HSH nach derzeitigem Rechtsstand für einen Schaden von 80 Millionen Dollar aufkommen. Daher fehle die Grundlage für das Honorar, hieß es bei der Bank. Die Bank hatte im Dezember Strafanzeige gestellt wegen "aller in Betracht kommenden Delikte bei der Beauftragung von Dienstleistern im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten mit einer türkischen Reederei".

Während die Pflichtverletzungen Gößmanns in diesem Fall aus Sicht der Bank offenkundig sind, harren weitere dubiose Fälle der Aufklärung. So ist Gößmanns Rolle im Fall Frank Roth nicht geklärt. Die Bank trennte sich von dem ehemaligen Bankmanager angeblich wegen Geheimnisverrats, musste aber später eingestehen, dass dieser Geheimnisverrat nicht bewiesen werden konnte. Roth ist mittlerweile vollständig rehabilitiert. Auch ist nicht klar, auf wessen Veranlassung dem ehemaligen New Yorker Niederlassungsleiter der HSH Nordbank kinderpornografisches Material untergeschoben wurde. Das geschah offensichtlich mit Hilfe des Sicherheitsdienstleisters Prevent.

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