Pleitebank: Hypo Real Estate schafft Gewinn

Pleitebank
Hypo Real Estate schafft Gewinn

Na es geht doch – mit kräftiger Hilfe des Staates: Die Hypo Real Estate hat im vierten Quartal 2010 Gewinn gemacht. Doch das lag an einer Reihe von Sondereffekten.
  • 0

FrankfurtKrisenbank Hypo Real Estate macht wieder Gewinn: Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer hat dank der Auslagerung milliardenschwerer Altlasten in eine Bad Bank den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Im vierten Quartal erreichte sie nach vorläufigen Zahlen in allen Konzernteilen ein positives Ergebnis, wie das Unternehmen am Dienstag in München mitteilte.

„Die Restrukturierung des Konzerns über die letzten beiden Jahre zahlt sich aus“, sagte Konzernchefin Manuela Better. Für das Kerngeschäft unter dem Namen Deutsche Pfandbriefbank rechnet die HRE für das vierte Quartal mit einem Ergebnis vor Steuern von mehr als 90 Millionen Euro.

Wichtigster Baustein der Sanierung war die Gründung der Bad Bank im vergangenen Herbst. In die Abwicklungsanstalt lagerte die HRE Risikopapiere und Geschäfte, die nicht zum Kerngeschäft gehören, im Volumen von 173 Milliarden Euro aus. Durch diesen Befreiungsschlag gelang der Bank im verbliebenen Geschäft die Wende. Da die Bad Bank aber erst im Herbst gegründet wurde, fiel bis Ende September ein horrender Verlust von 1,1 Milliarden Euro an. Dadurch gilt ein Verlust im Gesamtjahr 2010 trotz des Gewinns im Schlussquartal als sicher. Die genauen Zahlen will die HRE im April bekanntgeben.

Zudem ist das Problemgeschäft der HRE nicht aus der Welt, sondern nur auf die Bad Bank umgebucht. Dort dürften nach Einschätzung von Experten noch lange Zeit hohe Verluste anfallen, da viele Kredite eine lange Laufzeit haben. Unter anderem verwaltet die Abwicklungsanstalt Griechenland-Anleihen, die wegen der schwierigen Lage des Landes unattraktiv geworden sind.

Die HRE war nach einer dramatischen Notlage im Herbst 2008 mit Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro gerettet und im Herbst 2009 verstaatlicht worden. Der gesamte Garantierahmen summierte sich zwischenzeitlich auf mehr als 140 Milliarden Euro, von dem die Bank inzwischen einen Großteil zurückgegeben hat. Better hofft auf eine weitere Rückzahlung der Hilfen durch die Sanierung der Pfandbriefbank. „Wir arbeiten weiter auf die Reprivatisierung der pbb Deutsche Pfandbriefbank hin mit dem Ziel, über den Reprivatisierungserlös einen weiteren, wesentlichen Teil der aus Steuermitteln geleisteten Unterstützung zurückzuführen.“

Der Bund und die EU ringen seit Monaten um die HRE. Die EU-Kommission sieht in der Auslagerung der giftigen Papiere in die Bad Bank eine unzulässige Beihilfe. Möglicherweise könnte die EU in der Folge eine weitere Verkleinerung der HRE verlangen. Vor wenigen Tagen war zudem ein Gutachten bekanntgeworden, in dem mehrere von der Bundesregierung beauftragte Fachleute die Abwicklung der HRE empfehlen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pleitebank: Hypo Real Estate schafft Gewinn"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%