Pleitebank
Lehman Brothers werden weiter künstlich beatmet

Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers löste eine Weltwirtschaftskrise aus – heute bemüht sich die Folgegesellschaft, Restvermögen zu verkaufen. Doch wieso wurde Lehman nicht gerettet?
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New York/Tokio/LondonDas Time-Life Building ist eine der besten Adressen in New York. Im Hochhaus an der Avenue of the Americas haben der Fernsehsender CBS oder der Verlag Time ihre Büros. Auch ein anderer Mieter ist recht bekannt: Lehman Brothers. Ganze zwei Stockwerke beansprucht die Bank. Der Besucher ist verwirrt: Ging Lehman Brothers nicht vor vier Jahren in Konkurs? Die Antwort: Ja, aber sie wird immer noch abgewickelt. Die Angestellten gehen dem Tagesgeschäft mit dem einzigen Ziel nach: die Bank aufzulösen.

Noch fünf Jahre wird es dauern, bis Lehman Brothers endgültig Geschichte ist. Der Konkurs kam vor vier Jahren. Lehman Brothers hatte zu sehr auf Hypothekenpapiere gesetzt, die mit der Immobilienkrise stark an Wert verloren. Die US-Regierung weigerte sich zu helfen. Der Konkurs am 15. September 2008 versetzte die Märkte in Panik.

Seit dem Schreckenstag verkauft die Folgegesellschaft Lehman Brothers Holdings die Vermögenswerte. Insgesamt gibt es 60.000 Forderungen. Der Gesamtwert: 361 Milliarden Dollar. Vor vier Jahren begann der Ausverkauf. Die britische Bank Barclays sicherte sich den Firmensitz sowie die Investment-Banking-Tochter mit 10.000 Angestellten.

Das japanische Institut Nomura erwarb im September 2008 das asiatische Geschäft sowie Teile des europäischen Geschäfts. Wenige Monate später verkaufte Lehman Brothers 51 Prozent am Vermögensverwalter Neuberger Berman an die Mitarbeiter, den Rest hält die Bank bis heute. Andere Geschäfte wie Derivate oder Immobilienbeteiligungen erwiesen sich dagegen als schwieriger abzuwickeln. Lehman Brothers bündelte in der Gesellschaft Lamco Immobilien im Wert von mehr 40 Milliarden Dollar.

Ein Viertel davon gehört direkt zu Lehman, wie etwa ein Hotel auf der Upper East Side in New York, zahlreiche Bürogebäude in Manhattan, ein Skiresort in Montana oder eine Golf-Ranch in Texas. Bislang zahlte Lehman Brothers an seine Gläubiger 22 Milliarden Dollar zurück und hofft, weitere 40 Milliarden Dollar aufbringen zu können.

Das sind rund 18 Prozent der ausstehenden Forderungen. Die Quote hätte höher sein können. In einer Studie kommt die US-Einlagensicherungsbehörde FDIC zu einem überraschenden Ergebnis: Danach hätten Anleger, wenn das Investmenthaus nach den Vorgaben des neuen US-Finanzmarktgesetzes Dodd-Frank aufgelöst worden wäre, 97 Cent für jeden investierten Dollar erhalten.

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  • Für mich stellt sich die Frage ob irgendwelche Firmen vor der Insolvenz gerettet werden nicht. Ich frage mich eher warum die Spielregeln des Kapitalismus durch Retterei ausgehebelt werden.

  • Lehman hat die Krise verschärft,die aber schon seit Ende 2006 schwellte.Das erste Opfer der Krise waren 2 große Hedgefonds, die sich mit Hypothekenpapieren verspekulierten in den USA Anfang 2007,weiter Opfer waren die IKB und Sachsen LB im Sommer 2007.
    Auch für die Kursstürze sind sie per se nicht allein verantwotlich,schließlich hatten die meisten Finanzwerte schon mehr als 50 Prozent vor diesem Zeitpunkt verloren.
    Der wichtigste Grund war,dass sich ab Ende 2006 keine Käufer mehr für verbriefte und gebündelte US-Hypothekenpapiere im Ausland fanden.Dadurch konnten die Hypothekenbanken den Boom nicht mehr mit neuem Material unterfüttern,der Markt brach scheibchweise zusammen.Damit das nicht wieder passiert kauft Bernanke gerade im großen Stil gerade wieder solche Schuldverschreibungen auf.Der Nachteil,wenn dann die Blase platzt,verteilt sich das Risiko nicht mehr über die ganze Welt,sondern liegt allein in den USA.Sie wären dann pleite.Das Nachdrucken von US Dollarn nützt dann auch nichts mehr,die Währung wäre nichts mehr wert.

  • Liebe HB Redaktion, was soll diese Falschinformation ? Lehman hat die Krise nicht ausgelöst, die Pleite war die Folge davon.
    Die Börsen und die Bankgewinne waren voll im Sturzflug, die Interbankenkredite am austrocknen. !Erst dann kam die Lehman Pleite dazu!
    Aber ich kann mich gut an 2008 erinnern: ein Journalist sagte schon damals, das sicher in Zukunft Lehman als Entschuldigung und Ursache der Krise genannt werden wird: - weils so schön einfach ist - ich glaube Frank Meyer von N-TV wars damals.

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