Polens Banken in Gefahr Bankenaufsicht warnt Warschau vor Fremdwährungsgesetz

Frankenkredite werden in Polen immer mehr zum Problem. Ein neues Gesetz soll den Schuldnern daher erlauben, die Kredite in Zloty zurückzuzahlen. Die polnische Bankenaufsicht ist entsetzt und schlägt Alarm.
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Können Polen ihre Frankenkredite bald in Zloty abbezahlen, bedroht das die Liquidität der Banken. Quelle: Reuters
Bankenaufsicht warnt vor Fremdwährungsgesetz

Können Polen ihre Frankenkredite bald in Zloty abbezahlen, bedroht das die Liquidität der Banken.

(Foto: Reuters)

WarschauDie polnische Bankenaufsicht schlägt Alarm: Wenn das geplante Gesetz zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten in Kraft träte, dürften einige Banken des Landes Liquiditätshilfen der Notenbank brauchen, sagte der Chef der Behörde, Andrzej Jakubiak, am Mittwoch in Warschau.

Nach dem vom Parlament verabschiedeten Entwurf sollen die Kreditnehmer das Recht bekommen, die zumeist in Schweizer Franken aufgenommenen Hypothekendarlehen in Zloty zurückzuzahlen. Das Gesetz wälze die finanziellen Belastungen zu 90 Prozent auf die Banken ab, die die Kredite vergeben hatten. „Wenn es dazu kommt, können (einige Banken) ihre Dividenden vergessen - schlicht, weil sie dann Verluste schreiben“, sagte Jakubiak.

Der Regulierer schätzt die Gesamtbelastung für die Branche aus dem Gesetz auf rund 22 Milliarden Zloty (5,2 Milliarden Euro). Das ist mehr als alle Banken des Landes im vergangenen Jahr zusammen verdient haben. Die Umwandlung der Kredite könnte die Banken etwa ein Fünftel ihres Kapitalpolsters kosten, hatte die Aufsichtsbehörde gewarnt. Das Parlament hatte den Kreis der Berechtigten gegenüber dem ersten Entwurf deutlich ausgeweitet. Ob der Senat dem zustimmt und der Präsident das Gesetz unterzeichnet, ist aber offen.

Vor allem in den Jahren 2007 und 2008 hatten mehr als eine halbe Million Polen Hypothekenkredite in Schweizer Franken aufgenommen, weil die Zinsen dafür deutlich niedriger waren. In den Büchern der polnischen Geldhäuser liegen solche Kredite in einem Volumen von 146 Milliarden Zloty (35 Milliarden Euro).

Inzwischen fressen aber die Kursverluste die Zinsgewinne auf, der Franken hat mehr als 80 Prozent zum Zloty zugelegt. Die Schulden auf den Immobilien sind mittlerweile häufig höher als der Wert des Hauses. Der Chef der polnischen Zentralbank, Marek Melka, hatte im Juni von einer „tickenden Zeitbombe“ gesprochen.

Damit zahlt die Welt
Platz 10: Singapur Dollar
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Das asiatische Land gilt als einer der begehrtesten Finanzstandorte der Welt. Wenig Regulierung, viele Banken und die geografische Nähe zu China locken zahlreiche Investoren. Im Dezember 2014 wurden laut „Swift Watch“ 0,9 Prozent des globalen Zahlungsverkehrs in Singapur Dollar abgewickelt.

Platz 9: Hongkong Dollar
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Auf Hongkong treffen fast die gleichen Eigenschaften wie auf Singapur zu. Dementsprechend oft wurde mit der asiatischen Währung bezahlt. In Hongkong-Dollar wurden 1,3 Prozent des weltweiten Zahlungsverkehrs abgewickelt. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa ein Prozent.

Platz 8: Schweizer Franken
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Die Schweizer Währung hat nach der Loslösung vom Euro-Kurs an Attraktivität verloren. Der Schweizer Franken wertete im Anschluss dramatisch auf. Im Dezember landete die Währung hinsichtlich des Zahlungsverkehrs mit 1,4 Prozent auf dem achten Platz. Ein Jahr zuvor wurden noch 1,8 Prozent der weltweiten Bezahlungen in Schweizer Franken abgewickelt, womit die Währung auf den sechsten Platz landete.

Platz 7: Australischer Dollar
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Australien hat eine funktionierende Wirtschaft. Zu verdanken hat das Land das vor allem dem nachhaltig starken Wachstum vieler asiatischer Länder. China gehört zu den Hauptgeschäftspartnern von Australien. Solange die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wächst, wächst auch Australiens Wirtschaft. Kein Wunder also, dass 1,8 Prozent der Bezahlungen auf diesem Planeten in Australischen Dollar getätigt werden.

Platz 6: Kanadischer Dollar
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Kanada zählt zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Der Nachbarstaat der USA mischt daher auch im Bereich des Zahlungsverkehrs bei den Größten mit. 1,9 Prozent aller Zahlungen auf dieser Welt wurden mit Kanadischen Dollar realisiert.

Platz 5: Yuan
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Den größten Sprung im Dezember 2014 machte der chinesische Yuan. Von Platz 13 im Januar 2013 nahmen die Zahlungen so stark zu, dass der Yuan im Dezember 2014 auf den fünften Platz vorrückte. 2,2 Prozent der weltweiten Zahlungen wurden in Yuan abgewickelt.

Platz 4: Yen
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Noch gehört Japan zu den stärksten Volkswirtschaften der Welt. Doch die jahrzehntelange Deflation macht dem Land zu schaffen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe versucht mit einer aggressiv expansiven Geldpolitik dies zu ändern. Allerdings sind die Erfolge allenfalls kurzfristiger Natur. Der japanische Yen war nichtsdestotrotz eines der beliebtesten Zahlungsmittel im Dezember 2014. 2,7 Prozent der Zahlungen wurden mit Yen-Banknoten getätigt.

Die Banken sind nur bereit, den bedürftigsten Kreditnehmern entgegenzukommen, und auch das nur, wenn die Belastungen zwischen der Bank und den Kunden gerechter aufgeteilt würden. Sie erwägen Branchenkreisen zufolge eine Verfassungsklage gegen das Gesetz, weil es Schuldner mit Zloty-Krediten benachteilige. Auch internationale Schiedsverfahren seien möglich.

60 Prozent des polnischen Bankensystems sind in ausländischer Hand. Unter anderem sind dort die spanische Santander, die Commerzbank mit ihrer Tochter mBank und die österreichische Raiffeisen Internatonal engagiert.

  • rtr
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