„Politik der Zentralisierung“: Betriebsrat kritisiert Chef der DZ Bank

„Politik der Zentralisierung“
Betriebsrat kritisiert Chef der DZ Bank

Der Betriebsrat der DZ Bank wehrt sich gegen den Abbau von Jobs in den Außenstellen und kritisiert Vorstandschef Wolfgang Kirsch wegen einer „Politik der Zentralisierung“. „Der Kahlschlag der Regionen muss ein Ende finden“, heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter, der dem Handelsblatt vorliegt.

sos FRANKFURT. Mit einer weiteren Zentralisierung auf Frankfurt verlöre die DZ Bank den Kontakt zum Verbund und zu den Kunden – und Arbeitsplätze vor Ort. Seit der Fusion zwischen den beiden Spitzeninstituten DG- und GZ-Bank 2001 sei der Anteil der Beschäftigen in den Außenstellen auf rund 20 Prozent geschrumpft, während immer mehr Funktionen und Mitarbeiter in die Zentrale nach Frankfurt umgeschichtet würden. 2001 arbeitete noch jeder zweite Zentralbank-Mitarbeiter in den Regionalbüros. Gegenwärtig gibt es noch zehn Regionalbüros. Sie betreuen die Volks- und Raiffeisenbanken vor Ort und übernehmen Spezialaufgaben wie die Kreditbearbeitung.

Die DZ Bank wollte sich nicht dazu äußern. Allein in diesem Jahr sollen 139 der 660 Außenstellenjobs abgebaut werden. Die meisten Mitarbeiter kommen aber beim VR-Kreditwerk in Hamburg oder in Schwäbisch Hall unter. Solch eine sozialverträgliche Lösung sei aber die Ausnahme, so der Betriebsrat. „Für uns ist die Schmerzgrenze erreicht“, sagt Gesamtbetriebsrat Rüdiger Beins. Der Brief sei „eine deutliche Aufforderung an Herrn Kirsch“ den Trend zu stoppen. „Wir erwarten, dass künftig bei jeder organisatorischen Veränderung die Interessen der Regionen berücksichtigt werden“, fordert er.

Die DZ-Bank wollte sich nicht dazu äußern. Sie präsentiert heute ihre Zahlen. Sie soll ihren operativen Ertrag laut Branchenkreisen um fünf Prozent gesteigert haben.

Am Dienstag hatte die Bank bekannt gegeben, dass Vorstandsmitglied Heinz Hilgert mit sofortiger Wirkung zum Vizechef der genossenschaftlichen Zentralbank berufen werde. Der 53-Jährige ist weiterhin für das Kapitalmarktgeschäft, die Aktiv-Passiv-Steuerung der Bilanz sowie die Analyse-Tätigkeiten des Hauses zuständig.

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