Politische Querelen Rumänen blockieren Erste Bank

Der größte Zukauf in ihrer Geschichte wird für die österreichische Erste Bank zur Hängepartie. Nach bereits mehreren verschobenen Fristen verzögert sich die Übernahme der Banca Comerciala Romana um einen weiteren Monat. Politische Streitigkeiten in Rumänien stehen dem Zukauf im Weg.

oli WIEN. Ende des vergangenen Jahres hatte das Spitzeninstitut der Sparkassen den Zuschlag erhalten, 62 Prozent an der rumänischen Banca Comerciala Romana (BCR) für 3,75 Mrd. Euro zu kaufen. Ursprünglich hatte Erste-Bank-Chef Andreas Treichl mit einem Abschluss des Geschäfts im Mai dieses Jahres gerechnet. Diese Frist wurde mehrmals verschoben. Spätestens heute sollte der bislang ausstehende entsprechende Regierungsbeschluss zur Privatisierung der größten rumänischen Bank gefallen sein. Daraus wird nun nichts, wie die Erste Bank am gestrigen Mittwoch in Wien mitteilte. Grund für die Verzögerungen sind politische Querelen in Rumänien. Senatoren von zwei Parteien haben Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Privatisierungsgesetzes und eine Klärung durch das Verfassungsgericht verlangt.

Die Politiker dürfte vor allem die Haftungsgarantie der Regierung stören. Sie hat der Ersten Bank zugesagt, mögliche Schadenersatzansprüche aus dem Bancorex-Fall bis zu 1,88 Mrd. Euro zu übernehmen. Die Haftung reicht bis Ende des Jahres 2013. Ein Teil der Ende der 90er-Jahre zusammengebrochenen Bancorex war 1999 mit der BCR verschmolzen worden. Nach Einschätzung der Österreicher wird das Verfassungsgericht nun innerhalb der nächsten 30 Tage entscheiden und damit voraussichtlich den Weg für die Übernahme frei machen.

Für die Erste Bank ist das Osteuropa-Geschäft wichtig. Sie erwirtschaftet dort einen mehr als 30 Prozent höheren Nettogewinn als im Heimatmarkt. Andererseits wird durch die teure Akquisition der BCR die Kernkapitalquote von 9,8 auf unter 6,5 Prozent sinken. Das entspricht zwar dem langjährigen Schnitt. Es wurde von der Ratingagentur Moody's dennoch zum Anlass genommen, das Finanzkraftrating der Österreicher um eine Stufe auf „C +“ herabzustufen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%