Portigon
WestLB-Nachfolger kämpft um Bad Banks

Die Portigon AG will Finanzhäusern helfen, Bilanzen von faulen Wertpapieren zu befreien. Dietrich Voigtländer, Vorstandschef der Nachfolgegesellschaft der WestLB, spricht im Interview über das Geschäft mit dem Schrott.
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Herr Voigtländer, Sie sind Vorstandschef der Portigon AG, dem Rechtsnachfolger der ehemaligen Westdeutschen Landesbank. Gerade sind Sie dabei, eine neue Gesellschaft auszugliedern. Was ist das Kerngeschäft dieser Portigon Financial Services?

Die Service Gesellschaft soll für internationale Finanzdienstleister komplexe Portfolios aus Vermögenswerten betreuen. Dazu zählen etwa Kredite oder Kapitalanlagen. Im Zuge des Umbaus der Finanzindustrie ist ein umfangreicher Bedarf für solche Unterstützungsleistungen entstanden. Und an diesem Markt wollen wir partizipieren.

Zu Ihren wichtigsten potenziellen Kunden zählen so genannte Bad Banks, in die Banken und Finanzdienstleister faule Wertpapiere ausgelagert haben.

Das ist ein Aspekt von vielen. Aber zu unseren potenziellen Kunden zählen insbesondere auch Banken und Versicherungen, die aufgrund der stärkeren Regulierung und des extrem niedrigen Zinsniveaus ihr Wertpapiervermögen deutlich verkleinern wollen.

Sie hatten sich einen größeren Auftrag von der Bad Bank der Hypo Real Estate erhofft, der aber geplatzt ist. Warum mussten Sie eine Absage hinnehmen?

Im vergangenen Jahr gab es eine Ausschreibung, letztendlich ist dieser Auftrag aber nicht vergeben worden. Der dortige Vorstand hat sich aufgrund der knappen Zeit dazu entschieden, eine eigene Servicegesellschaft zu gründen. Mal sehen, ob sich in Zukunft Möglichkeiten für Synergien ergeben.

In München hört man, dass sich Portigon schlecht verkauft haben soll.

Das glaube ich nicht. Wir haben eine Top-Leistungsbeurteilung bekommen.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen die Münchener lieber selbst Konkurrenz machen wollen?
Nein.

Mit wem verhandeln Sie denn noch, nachdem es mit der Bad Bank der Hypo Real Estate nicht geklappt hat?
Wir führen Gespräche mit interessierten Kunden.

Können Sie ein paar aufzählen?

Könnte ich, will ich aber nicht.

Wie viele sind es denn?
Auch die Anzahl will ich nicht nennen. Ich habe gut zu tun, bin viel auf Reisen und die Aufgabe macht Spaß.

Wenn Sie so viel reisen: Wo sitzen denn die potenziellen Kunden?

Nicht nur in Deutschland.

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