Portugals Krisenbank Espírito Santo
Und wieder eine Rettung!

Eigentlich sollten marode Banken auch geschlossen werden dürfen. Darum wurde in der EU eine gefühlte Ewigkeit gerungen. Doch in Portugal läuft wieder alles wie gehabt. Manche Gläubiger müssen nicht zahlen, andere büßen.
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LissabonPortugal rettet die angeschlagene heimische Bank Espírito Santo (BES) mit übrig gebliebenen Milliarden aus dem EU-Hilfspaket. Das Institut werde im Rahmen der Aktion in einen „guten“ Teil sowie eine „Bad Bank“ aufgespaltet, teilte die Zentralbank des südeuropäischen Landes in der Nacht auf Montag mit. Mit 4,9 Milliarden Euro soll ein Abwicklungsfonds finanziert werden, den Portugal 2012 gründete und aus dem wiederum der „guten“ Bank eine Geldspritze verabreichen werde.

Die Rettungsaktion ist ein Rückschlag für Portugal. Das Land hatte erst kürzlich das internationale Hilfsprogramm verlassen und noch Kapital in Höhe von rund sechs Milliarden Euro übrig. Die Europäische Kommission teilte umgehend mit, dass sie den Rettungsplan Lissabons für die Bank billige.

Während vorrangige Gläubiger und Einlagekunden nicht zur Kasse gebeten werden, kommen auf die Gläubiger nachrangiger Anleihen Verluste zu. Die europäischen Aufsichtsbehörden wollen verhindern, dass die Steuerzahler für die Verluste von gestrauchelten Banken aufkommen müssen. Die Problem-Aktiva der BES, darunter Kredite an andere Teile der Espirito Santo-Gruppe sowie der Anteil der Bank an ihrer angolanischen Tochter, bleiben bei den Aktionären und den Gläubigern der nachrangigen Anleihen der Bank, berichtete die portugiesische Notenbank.

„Wer weiß schon, wie viel noch für die nachrangigen Anleihen hereingeholt werden kann?“ sagt John Raymond, Analyst bei CreditSights in London. „Man muss sehen, was auf der Aktiva-Seite der Bilanz bei Banco Espirito Santo übrig bleibt. Aber da dies alles Kredite an andere Mitglieder der Gruppe und der Anteil an BES Angola sind, dürfte das recht gering ausfallen.“

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Nachrangige Anleihen brechen ein

Kommentare zu " Portugals Krisenbank Espírito Santo: Und wieder eine Rettung!"

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  • So naiv kann niemand sein, dass er jemals daran geglaubt hat, zukünftig würden Staat und Steuerzahler nicht mehr für Misswirtschaft bei Banken haften. Im Gegenteil: Die ganze "Banken-Union" hat doch nur den einen Zweck zu erfüllen, an noch mehr Geld der Steuerzahler zu bekommen - damit zukünftig noch leichter spanische, griechische, italienische Banken durch deutsche Steuerzahler gerettet werden können....

  • Wie sind schon zwei Personen.

  • Frau Merkel will unbedingt, dass Banken nicht geschlossen werden dürfen. Sie will Rettung um jeden Preis, auch Vernichtung Deutschlands. Sie will nicht, das Ihre Freunde Banker für Ihre Taten haften müssen. Dafür ist der Deutsche Steuerzahler da, lt. Frau Merkel. Dafür lieben die Deutschen, bis auf meine Person, Frau Merkel!

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