Postbank bleibt im Konzern
Deutsche Bank bestätigt mögliche Kapitalerhöung

Die Deutsche Bank hat am späten Freitagabend bestätigt, eine Kapitalerhöhung zu planen. Der Umfang: acht Milliarden Euro. Auch die Konznerstrategie würde umgekrempelt - wichtige Beschlüsse stehen aber noch aus.
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FrankfurtDie Deutsche Bank treibt eine überarbeitete Strategie voran, die mit Hilfe einer deutlichen Kapitalerhöhung gestützt werden soll. Der Konzern bestätigte am späten Freitagabend per Ad-hoc-Mitteilung, „vorbereitende Schritte für eine potenzielle Kapitalerhöhung in Höhe von rund 8 Milliarden Euro und verschiedene strategische Maßnahmen“ ergriffen zu haben. Zunächst hatte die Finanzagentur Bloomberg über die geplante Kapitalmaßnahme berichtet.

Bis Anfang April sollen Investoren und Mitarbeiter Klarheit darüber bekommen, mit welchem Geschäftsmodell Deutschlands größtes Geldhaus in die Zukunft gehen will, wie eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

Am Abend deutete die Bank die Richtung an. Die Postbank soll nicht verkauft werden, sondern im Konzern verbleiben und mit dem deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft zusammengelegt werden. Außerdem sei der Verkauf eines Teils der Fondsgesellschaft Deutsche Asset Management per Börsengang geplant. Allerdings müssten die Pläne noch von Vorstand und Aufsichtsrat endgültig beschlossen werden und hingen vom Marktumfeld ab.

Die nächste reguläre Sitzung des Aufsichtsrats ist laut Reuters für den 16. und 17. März angesetzt. Der endgültige Strategie-Beschluss werde aber erst Ende März erwartet. Die Bank wollte sich zu den Informationen am Freitag nicht äußern.

Aber auch sie dürften zunächst einen detaillierten Strategie-Fahrplan sehen wollen, bevor sie neues Geld in die unrentable Bank pumpen, die immer noch unter zahlreichen Altlasten ächzt. Die letzte große Kapitalmaßnahme ist noch nicht einmal drei Jahre her - damals sammelte die Bank 8,5 Milliarden Euro ein. Allein der neue Großaktionär Katar steuerte mehr als 2,2 Milliarden bei. Für die Käufer war das ein schlechtes Geschäft: Die neuen Aktien kosteten damals 22,50 Euro.

Vorstandschef John Cryan hatte sich bei der Vorlage einer weiteren tiefroten Jahresbilanz Anfang Februar noch nicht in die Karten schauen lassen, wie sich der Konzern künftig aufstellen möchte. Er betonte lediglich, dass er das bisherige Geschäftsmodell nicht komplett über den Haufen werfen will und auch keinen weiteren großen Jobabbau plant.

Branchenkenner erwarten weitere Einschnitte im Handelsgeschäft, das besonders viel Kapital frisst und hier insbesondere auf dem US-Markt. Und auch die Re-Integration der unverkäuflichen Postbank gilt inzwischen als sicher. Zudem zeichnet sich ein weiterer Umbau der Vorstandsetage ab. Der letzte fand im Herbst 2015 statt, wenige Monate nach dem Amtsantritt von Cryan, der den glücklosen Anshu Jain abgelöst hatte.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Postbank bleibt im Konzern: Deutsche Bank bestätigt mögliche Kapitalerhöung"

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  • Wer soll denn wirklich in grösserem Umfang Aktien von solch einem Unternehmen kaufen?
    Ich kaufe doch Aktien, weil da eine Story drin ist. Hier ist zwar eine aber eine negative. Und in absehbarer Zeit wird sich da auch nichts verbessern. Als Investor suche ich mir doch lieber etwas profitableres.
    Und die Alt Aktionäre freuen sich auch, wenn ihre, ohnehin bis zu Unkenntlichkeit verstümmelten Aktien, ein weiteres Mal den Wert verlieren.

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