Postbank-Interessent
Bawag geht aufs Einkaufstour

Bawag will in der erwarteten Übernahmewelle eine aktive Rolle spielen. Die österreichische Bank prüft bereits mehrere Zukaufsmöglichkeiten in Westeuropa. Die Postbank ist trotz Interesse von Bawag aber wohl keine Option.
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WienDie österreichische Bank Bawag geht mit Rückendeckung des US-Finanzinvestors Cerberus auf die Suche nach Übernahmezielen. Es gebe einige Zukaufsmöglichkeiten, die das Institut derzeit prüfe. Dabei sehe sich die Bawag vor allem in Westeuropa um, sagte Finanzchef Anas Abuzaakouk am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. In die lang erwartete Konsolidierung am europäischen Bankenmarkt könnte damit zusätzlicher Schwung kommen. „Ich denke wir werden in der zweiten Jahreshälfte etwas Bewegung sehen - zumindest aus unserer Perspektive“, sagte Abuzaakouk. Zunächst seien am gesamten europäischen Markt jedoch hauptsächlich kleinere Deals zu erwarten. Details zu den Plänen der Bank wollte er nicht verraten.

Insidern zufolge hatte das Geldhaus vor einigen Monaten Interesse an der Deutsche-Bank -Tochter Postbank bekundet. Diese will ihre Tochter nach offiziellem Bekunden jedoch lieber an die Börse bringen, als sie an einen anderen Investor zu verkaufen. Die Bawag wollte sich am Dienstag nicht dazu äußern.

Die nötige Finanzkraft habe die Bawag jedenfalls, um in der erwarteten Übernahmewelle eine aktive Rolle zu spielen, sagte Abuzaakouk. Per Ende Juni lag die harte Kernkapitalquote des Instituts bei 14,2 Prozent nach 12,1 Prozent zum Jahresende. Das ist deutlich über dem Durchschnitt der größten österreichischen Banken. „Unsere Kapitalstärke erlaubt uns, in die Offensive zu gehen“, sagte Abuzaakouk.

Die ehemalige Gewerkschaftsbank zählt zu den sechs größten Banken Österreichs. Sie gehört zu 52 Prozent dem US-Finanzinvestor Cerberus, der das Institut 2007 gemeinsam mit anderen Investoren für 3,2 Milliarden Euro gekauft hatte. Weitere 40 Prozent gehören dem US-Fonds Golden Tree. In den vergangenen Monaten hatten die Eigentümer einige Zukunftsoptionen für die Bank geprüft - von einem Verkauf an einen anderen Investor oder über die Börse, bis hin zu Zukäufen oder einer Fusion mit einer anderen Bank. Dieser Prozess sei noch nicht abgeschlossen

Steckenpferd der Bawag ist das Brot- und Buttergeschäft mit Privat- und Firmenkunden in Österreich. Dank niedrigerer Vorsorgen für faule Kredite und sinkender Kosten stieg der Gewinn im ersten Halbjahr um 29 Prozent auf 226,1 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr sieht sich die Bawag auf gutem Weg, einen Nettogewinn von über 400 Millionen Euro zu erwirtschaften.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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