Postbank
Verdi kündigt breite Warnstreikwelle an

Schon am Samstag will Verdi die Postbank mit neuen Warnstreiks weiter unter Druck setzen. Die letzten Gespräche mit dem Bonner Unternehmen waren ohne Annäherung verlaufen.
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FrankfurtDie Gewerkschaft Verdi zieht im Tarifstreit mit der Deutsche-Bank-Tochter Postbank die Daumenschrauben an. An diesem Samstag beginnen weitere Warnstreiks, die bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 17. und 18. März an jedem Tag an unterschiedlichen Orten durchgeführt werden, wie Verdi am Freitag ankündigte. Die Protestaktionen betreffen sowohl den Filialvertrieb als auch die Verwaltungsbereiche der Postbank AG, der Firmenkunden AG und der BHW-Gruppe. Filialen könnten geschlossen bleiben, Überweisungsaufträge eventuell nur verzögert bearbeitet werden. „Die Arbeitgeber haben diese Warnstreiks durch ihre starre Verweigerungshaltung provoziert“, erklärte Verdi-Bundesvorstand Christoph Meister.

Die letzten Gespräche waren ohne Annäherung verlaufen. Für die 9.500 Beschäftigten des Postbank Filialvertriebs habe es in der dritten Verhandlungsrunde weder ein verbessertes Gehaltsangebot noch ein Angebot zum Kündigungsschutz gegeben, kritisierte Verdi. Für die 2.700 Beschäftigten der Postbank AG, die Firmenkunden AG und die BHW-Gruppe seien die Arbeitgeber auch in der zweiten Runde nicht bereit gewesen, über einen Vorruhestand mit Rechtsanspruch und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2020 zu reden. Laut Meister haben die Postbank-Beschäftigten Angst um ihre Jobs, „was aufgrund von Spekulationen um Verkauf, Teilverkauf und Börsengang verständlich ist“.

Die Arbeitgeberseite plädierte abermals für einen Tarifabschluss „mit Augenmaß“. Man habe ein faires Angebot vorgelegt, erklärte die Postbank. „Ein genereller Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen ist angesichts des anhaltenden Drucks auf die Margen sowie des aktuellen tiefgreifenden Strukturwandels in der gesamten Finanzindustrie so nicht umsetzbar.“ Viele Beschäftigte sind aber ohnehin Beamte, denen die Bank gar nicht kündigen kann.

Das Bonner Institut gehört seit 2010 mehrheitlich zur Deutschen Bank, die damit ihr Privatkundengeschäft stärkte. Inzwischen gibt es jedoch interne Überlegungen, wonach die Frankfurter die Tochter wieder abstoßen könnten, um in Zeiten strengerer Regulierung die Bilanz zu verkleinern. Entscheidungen werden im zweiten Quartal erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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