Privatbank EFG
Schweizer Vermögensverwalter überzeugt Aktionäre

Die Vorbereitungen der EFG International für die milliardenschwere BSI-Übernahme laufen nach Plan, auch andere Hiobsbotschaften bleiben aus. Die Anleger freut es: Die EFG-Aktie schnellte um bis zu 21 Prozent nach oben.

ZürichDer Schweizer Vermögensverwalter EFG International hat mit einem besser als erwarteten Halbjahresbericht Bedenken seiner Aktionäre zerstreut. Zwar schrumpfte der Gewinn wegen Sonderkosten um mehr als die Hälfte auf 22,3 Millionen Franken, wie die Privatbank am Mittwoch mitteilte. Damit schnitt EFG jedoch besser ab, als von Experten erwartet.

Zudem blieben weitere Hiobsbotschaften aus. Im Gegenteil: Die Vorbereitungen für die milliardenschwere Übernahme der Tessiner Konkurrentin BSI liefen nach Plan, den Deal noch im laufenden Jahr abzuschließen, sagte EFG-Chef Joachim Strähle. An der Börse schnellte die Aktie bis zu 21 Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit aber immer noch mehr als die Hälfte an Wert verloren.

Viele Anleger hatten Zweifel an der Finanzierung der bis zu 1,3 Milliarden Franken schweren BSI-Übernahme, mit der EFG zum fünftgrößten Vermögensverwalter der Schweiz aufsteigen will. „Wir wollen diese Sorgen ausräumen. Wir wollen dem Markt zeigen, dass EFG absolut im Stande ist, diesen Deal zu machen und Vertrauen aufbauen“, sagte Strähle zu Reuters. EFG will die etwa gleich große BSI von der brasilianischen Investmentbank BTG Pactual übernehmen.

Doch mittlerweile hat die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma die Schließung von BSI angeordnet – wegen deren Verwicklung in den milliardenschweren Geldwäsche-Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB. Gegen diese und andere Rechtsrisiken habe sich EFG jedoch abgesichert – für sie muss bis zu einem gewissen Grad BTG geradestehen. Um welchen Betrag der Kaufpreis für BSI dadurch sinken könnte, ließ das EFG-Management offen.

Im operativen Geschäft macht der Privatbank die Zurückhaltung vieler Kunden angesichts der wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen in Teilen der Welt zu schaffen. Weil die reichen Kunden deshalb weniger handeln, sinken die Gebühreneinnahmen der Bank. Hier sei keine Besserung in Sicht, sagte Strähle. Daher treibt das Institut sein Kostensenkungsprogramm mit Nachdruck voran und will nun bis zum Jahresende etwa über den Abbau von 254 Stellen 57 Millionen Franken sparen – fast doppelt so viel wie geplant.

Eine größere Abschreibung auf ein Lebensversicherungs-Portfolio, vor der EFG noch im April gewarnt hatte, blieb der Bank erspart. EFG hatte bereits vor Jahren diversen Versicherungskunden deren Lebensversicherungen abgekauft und sieht sich nun mit Preiserhöhungen der Versicherer konfrontiert. Diese will EFG jedoch anfechten.

Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr wagte Strähle nicht. Er hoffe bei im Vergleich zum ersten Halbjahr gleichbleibenden Umsätzen aber auf geringere Kosten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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