Privatbank Metzler
Wachstumspläne nach gutem Jahresstart

Während die großen Banken schrumpfen, wollen kleine Institute wie das Frankfurter Traditionshaus Metzler wachsen. Nach einem guten Jahresstart plant die Privatbank die Einstellung neuen Personals.
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FrankfurtVerkehrte Welt in Frankfurt: Sowohl die Commerzbank als auch die Deutsche Bank stecken noch mitten in den Umbauarbeiten nach der Finanzkrise, bauen Tausende von Stellen ab. Von solchen Sparszenarien ist die kleine Frankfurter Privatbank Metzler hingegen weit entfernt. Das 1674 gegründete Traditionshaus hat allein im vergangenen Jahr fünf Prozent mehr Mitarbeiter eingestellt, und für 2017 plane man einen Anstieg in ähnlicher Größenordnung, erläuterte Vorstand Emmerich Müller am Dienstag in Frankfurt. Aktuell arbeiten bei Metzler mehr als 820 Angestellte.

Mit den Geschäften im abgelaufenen Jahr zeigten sich die persönlich haftenden Gesellschafter des Bankhauses zufrieden. „2016 war ein Jahr mit vielen Überraschungen und trotz einiger Turbulenzen an den Kapitalmärkten ein erfreuliches Jahr für Metzler“, bilanzierte Müller.

Das Bankhaus konnte sein Eigenkapital um 14 Prozent auf 183 Millionen Euro steigern. Im Kerngeschäftsfeld Asset Management wuchs das Volumen um 16 Prozent auf knapp 74 Milliarden Euro. Neu hinzugekommen ist in diesem Bereich der Pensionsfonds für die betriebliche Altersvorsorge von Unternehmen, der aktuell ein Volumen von mehr als 1,1 Milliarden Euro für etwa 14.300 Versorgungsberechtigte verwalte. An die Eigentümer schüttet das in Familienbesitz befindliche Institut die üblichen 2,3 Millionen Euro Dividende aus.

Trotz der eigenen guten Entwicklung sieht Metzler-Vorstand Müller die aktuelle Situation für Banken in Deutschland kritisch: „Das deutsche Bankensystem ist nach wie vor zu kleinteilig.“ Nach Angaben der Deutschen Bundesbank gibt es in Deutschland 1.888 Banken. Das sind zwar bereits weniger als 3,7 Prozent als im Vorjahr. Doch laut Müller ist die Konkurrenz noch immer zu groß.

„Bankdienstleitungen sind in Deutschland im internationalen Vergleich sehr preiswert“, erklärt er. Das drücke die Margen nach unten. Hinzu komme die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Diese sorgt dafür, dass die Banken Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie Liquiditätsreserven bei der Zentralbank einlagern. Auch das führt zu sinkender Profitabilität der Banken. „Dieser Effekt wird sich noch verschärfen“, warnt Metzler-Vorstand Müller.

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