Privatbanken Sal. Oppenheim verkauft Arcandor-Anteil

Die Privatbank Sal. Oppenheim hat ihren Anteil am insolventen Handels- und Touristikunternehmen Arcandor verkauft. Allerdings betrifft dies lediglich 3,7 Prozent der Arcandor-Aktien. Die Gesellschafter der Bank halten ihre 25 Prozent noch. Die Frage lautet nun: wie lange noch?
Arcandor muss um einen Großaktionär bangen. Quelle: dpa

Arcandor muss um einen Großaktionär bangen.

(Foto: dpa)

HB FRANKFURT/KÖLN. Die Privatbank Sal. Oppenheim hat ihren Anteil am insolventen Handels- und Touristikunternehmen Arcandor verkauft. Wie ein Sprecher der Bank am Mittwoch sagte, sei das von der Bank gehaltene Aktienpaket von 3,7 Prozent über den Markt veräußert worden. Die Oppenheim-Gesellschafter besitzen weiterhin über eine Beteiligungsgesellschaft knapp 25 Prozent an Arcandor.

Über die Zukunft dieser Anteile sei noch keine Entscheidung gefallen, betonte der Sprecher. Bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens soll die weitere Entwicklung in den kommenden drei Monaten abgewartet werden. Aus Finanzkreisen war zu erfahren, dass bei einer Fortführung von Arcandor aus der Insolvenz heraus auch ein verstärktes Engagement von Sal. Oppenheim denkbar sei. Wie es im Umfeld der Luxemburger Privatbank heißt, gibt es aber bereits erste Interessenten für das Aktienpaket.

Unklar bleibt weiterhin, ob sich die notleidenden Karstadt- Warenhäuser nach der Insolvenz der Muttergesellschaft noch in eine Warenhaus-Ehe mit Kaufhof einbringen lassen. Metro-Chef Eckhard Cordes hatte bereits vor einigen Wochen diesen Vorschlag unterbreitet und davon gesprochen, dass auf diesem Wege rund 60 von 90 Karstadt- Häusern gerettet werden könnten. Hiervon machte er inzwischen aber erste Abstriche.

Anders als Sal. Oppenheim hatte sich Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die mit einem Paket von 26 Prozent zweitgrößter Aktionär des Essener Konzerns ist, am Wochenende klar zum Arcandor-Engagement bekannt. Ihr Ehemann Leo Herl, der Schickedanz im Arcandor-Aufsichtsrat vertritt, versicherte im Gespräch mit "Bild am Sonntag", dass man das Aktienpaket nicht verkaufen werde.

Bei der Privatbank Sal. Oppenheim, deren persönlich haftender Gesellschafter Friedrich Carl Janssen bei Arcandor seit Herbst den Aufsichtsrat leitet, bewertet man die im vergangenen September eingefädelte Beteiligung inzwischen als Fehler. Damals habe man gedacht, dass sich der Einstieg bei einem durchschnittlichen Aktienkurs von 2,12 Euro als eine gute Investition erweisen würde, heißt es in der Bank.

Die Arcandor-Papiere, die vor zwei Jahren noch knapp unter 30 Euro gehandelt worden waren, sackten am Dienstag um fast zwölf Prozent auf 0,68 Euro. Bei einem Verkauf des Aktienpakets würden die Bank und vor allem deren Gesellschafter, die knapp 25 Prozent an Arcandor halten, bei diesem Kurs insgesamt mehr als 100 Mio. Euro Verlust realisieren.

Weiterhin sagte der Konzern am Dienstag die für Donnerstag vorgesehene Vorlage der Halbjahreszahlen ab. Als Grund nannte das Unternehmen den Insolvenzantrag vergangene Woche. Offen blieb zunächst, ob der Geschäftsbericht für die sechs Monate bis Ende März zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgemacht wird. Arcandor hatte die Veröffentlichung bereits zwei Mal verschoben.

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