Private Equity Beteiligungsbranche darf auf 2010 hoffen

Trotz erster Anzeichen einer Erholung kann sich die Private-Equity-Branche im laufenden Jahr kaum Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Geschäfts machen. Doch ab 2010 erwarten Experten mehr Transaktionen und eine Konsolidierung bei den Private-Equity-Häusern.
Skyline von New York. Die Private-Equity-Branche kann laut Experten ab 2010 auf eine Konsolidierung hoffen. Quelle: ap

Skyline von New York. Die Private-Equity-Branche kann laut Experten ab 2010 auf eine Konsolidierung hoffen.

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FRANKFURT. „Es herrscht weiter große Unsicherheit“, sagt Stefan Hepp, Chef des Beratungshauses Strategic Capital Management (SCM). Nach wie vor könne kein Unternehmen solide Geschäftsprognosen abgeben. In der Folge dürften die meisten Fonds bis Herbst abwarten. Allerdings gebe es Anzeichen für eine Erholung. „Sollte es an den Börsen keinen größeren Dämpfer geben, könnte ich mir vorstellen, dass wir zum Jahresende wieder einen spürbaren Anstieg der Transaktionen sehen“, erwartet auch Rüdiger Kollmann vom Beratungshaus Solutio.

Erst am Freitag kaufte Charterhouse für umgerechnet rund 650 Mio. Euro die auf die Energiebranche spezialisierte Beratungsgesellschaft Wood Mackenzie vom krisengeschüttelten Rivalen Candover. Es ist der größte europäische Private-Equity-Deal 2009. In Südkorea stemmte KKR sogar eine Transaktion über 1,3 Mrd. Euro.

Dass dies im Vergleich zu den Boomjahren 2005 bis 2007 dennoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, zeigen folgende Zahlen von SCM: Weltweit brach das Buy-out-Volumen im ersten Quartal 2009 im Jahresvergleich um 87 Prozent ein.

Dafür sorgt nicht nur der anhaltende Mangel an Bankkrediten für Private-Equity-Übernahmen und die große wirtschaftliche Unsicherheit. Kollmann weist darauf hin, dass viele Fonds damit beschäftigt sind, ihre bereits gekauften Firmen zu restrukturieren oder die Finanzierungen neu zu verhandeln. Hier gibt es offenbar zumindest eine leichte Entspannung. „Die Panik ist aus dem System entwichen“, sagt Experte Hepp. In die Kreditmärkte komme wieder Leben. Vermutlich im Schlussquartal werde auch das Geschäft wieder anziehen.

Trotz kräftiger Wertverluste im vergangenen Jahr hat Private Equity den SCM-Zahlen zufolge die Nase gegenüber den Aktienmärkten weiter deutlich vorne. Das gilt insbesondere für längere Zeiträume: In den vergangenen zehn Jahren ergibt sich für die Beteiligungsbranche ein Plus von gut zwölf Prozent, während Investments an der Börse leicht im Negativen lagen.

Eine Marktbereinigung ist dennoch unausweichlich – vor allem unter jenen Fonds, die in der Hochphase des Marktes eingekauft haben. „Mit den Deals aus den Jahren 2007 und 2008, vielleicht auch 2006, wird man nicht viel verdienen“, sagt Hepp. Er geht davon aus, dass zahlreiche Fondsmanager wegen der schlechten Entwicklung ihrer Portfolios kaum die Gelegenheit haben werden, ein zweites Mal Geld einzusammeln. „Das gilt sicherlich für 30 Prozent oder mehr“, erwartet der SCM-Gründer.

Probleme dürfte vielen Fondsmanagern zudem die schwache Personalausstattung machen, zumal es in der Regel an Managern mit Erfahrung in der Restrukturierung sowie operativen Kenntnissen fehlt. Viele Fonds seien schlichtweg für die Krise nicht gerüstet, sagte Hepp. „Das wird einigen Private-Equity-Häusern das Genick brechen.“

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