Private-Equity-Branche
China düpiert Finanzinvestoren

Anleger aus dem Ausland hatten lange hoffend nach China geblickt. Eine stärkere Öffnung des Marktes für Unternehmensbeteiligungen schien nahe. Doch nun hat Peking den Ängsten der konservativen Kräfte nachgegeben.
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PekingIm Streit über die Öffnung des Kapitalmarkts haben sich in China die Reformgegner durchgesetzt. Private-Equity-Fonds werden weiterhin als ausländische Anleger diskriminiert, wenn sie Geld internationaler Investoren enthalten. Bei Start eines Pilotprojekts in Schanghai vor einem guten Jahr sah es noch so aus, als könnte diese Regel kippen. Doch Peking hat nun ein Machtwort gesprochen: Fonds gelten auch dann als ausländisch, wenn sie nur kleine Mengen ausländischen Kapitals enthalten. Das geht aus einem Brief des Entwicklungs- und Reformministeriums in Peking an die Stadtregierung von Schanghai hervor, aus dem die Zeitung "21st Century Business Herald" zitiert.

China ist potenziell ein gewaltiger Markt für die Beteiligungsbranche. Das Volumen der Zukäufe erreichte im vergangenen Jahr 16 Milliarden US-Dollar und ist damit binnen zweier Jahre um 88 Prozent gestiegen. Experten sehen noch Luft, denn diese Summe entspricht 0,2 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts, während der Wert in Europa bei 0,3 und in den USA bei 0,5 liegt, wie die Unternehmensberatung Bain & Company errechnet hat.

Der Unterschied zwischen ausländischen und inländischen Investoren ist wichtig. Inländische Investoren erhalten nicht nur Vergünstigungen wie niedrigere Steuern. Sie dürfen auch in Schlüsselbranchen wie Banken, Telekom oder Rohstoffe investieren, von denen Ausländer ausgeschlossen sind. Als inländisch gilt, wer sein Geld vor Ort einsammelt. Ausländisches Kapital ist als Zufluss über den Umtausch von Devisen in Yuan definiert.

Das Pilotprojekt in Schanghai vom Januar 2011 sah vor, dass gemeinsam aufgelegte Fonds von internationalen und chinesischen Beteiligungsgesellschaften auch als Inländer gelten, wenn sie einen Teil ausländischen Kapitals enthalten. Der US-Investor Blackstone wollte diese Regel nutzen, um einen Fuß in den Markt zu bekommen. Er hat einen Fonds vorbereitet, der zum größten Teil mit vor Ort eingesammeltem Kapital gefüllt war - und wollte nun aus seinen internationalen Töpfen etwas zuschießen.

Doch daraus wird nichts. "Wir sollten Blackstone als Präzedenzfall behandeln", schrieb die maßgebliche National Development and Reform Commission (NDRC) von Peking aus nach Schanghai. Fonds, die ausländisches Kapital enthalten, sollten auch künftig den "geltenden Bestimmungen nach" behandelt werden. Damit rufen die konservativen Kräfte in Peking die wirtschaftsfreundlichen Reformer der Stadtregierung in Schanghai zurück.

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Der Reformeifer ist erlahmt

Kommentare zu " Private-Equity-Branche: China düpiert Finanzinvestoren"

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  • China ist klug die Heuschreckenplage raus zu halten

  • Die Chinesen sind eben nicht so dumm wie wir Europäer !
    Sie lassen keinen Ausverkauf ihre Wirtschaft an Finanzinvestoren zu, wo niemand genau weiß wer überhaupt dahinter steht !!
    Geld ist immer auch Macht und Wirtschaft immer auch Politik !!!

  • Völlig richtig.

    China steht auf der Kippe und muß seine Gewinne für sich behalten.
    Außerdem sollten unsere Regierungen den Fondsbetreibern das Handwerk legen, denn sie veruntreuen aus Geldgier frisch gedrucktes Geld, welches hier Jobs schaffen könnte.

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