Private-Equity-Firma: KKR stellt sich neu auf

Private-Equity-Firma
KKR stellt sich neu auf

Die Beteiligungsfirma KKR hat ihr Management vergrößert. Joseph Bae und Scott Nuttall sollen sich ab jetzt ums Tagesgeschäft kümmern, während die Mitgründer Henry Kravis und George Roberts weiter das Unternehmen leiten.
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New YorkDie Beteiligungsfirma KKR erweitert das Topmanagement um Joseph Bae und Scott Nuttall. Beide bekommen die Titel „President“ und „Chief Operating Officer“. Die Mitgründer, Henry Kravis und George Roberts, leiten weiterhin das Unternehmen. Aber die Neuen sollen sich vor allem ums Tagesgeschäft kümmern, teilte KKR am Montag mit. Außerdem heißt es bei KKR, nun stehe „das richtige Team für die nächsten Jahrzehnte bereit“.
Damit ist klar, dass die Neuen, die jeweils mehr als 20 Jahre für KKR arbeiten und Mitte 40 sind, als Nachfolger für die über 70-jährigen Gründer gedacht sind. Bae hat früher für Goldman Sachs gearbeitet, Nuttall für Blackstone, wie KKR eine Beteiligungsfirma.

Bae wird sich künftig um Unternehmensbeteiligungen, Infrastruktur und Immobilien kümmern, dazu gehört auch der Energiebereich. Nuttall ist für Kredite, Kapitalmärkte, Hedgefonds und für die Beschaffung von Kapital zuständig.

KKR verwaltet rund 140 Milliarden Dollar an Vermögen. Im ersten Quartal 2017 hat die Firma für ihre Aktionäre nach Steuern 268 Millionen Dollar verdient, nach einem hohen Verlust im Vorjahresquartal. Die Firma wurde 1976 von Jerome Kohleberg, Kravis und Roberts gegründet. Alle drei hatten zuvor bei der Investmentbank Bear Stearns gearbeitet und dort seit den 1960er-Jahren Familienunternehmen aufgekauft. KKR war eine Fortsetzung dieses Geschäfts, aber auf eigene Rechnung.

In den 1980er-Jahren wurde die Firma zum Mittelpunkt des Booms, ganze Konzerne aufzukaufen und mitunter zu zerlegen und als Einzelteile zu verkaufen. Finanziert wurde das häufig durch so genannte Junk Bonds, also Anleihen mit relativ niedriger Bonität und entsprechend hohen Zinsen. Berühmt wurde die Übernahme des Tabak- und Lebensmittelkonzerns RJR Nabisco für 25 Milliarden Dollar im Jahr 1988, später verfilmt unter dem Titel „Barbaren vor dem Tor“.

Über die Jahre hat KKR hohe Renditen für seine Investoren erwirtschaftet. Es gab aber auch immer wieder Probleme, etwa mit der Übernahme der Softwarefirma First Data 2007, die damit verbunden war, ihr einen hohen Berg von Schulden aufzuhalsen, unter dem sie heute noch leidet. In den letzten Jahren haben Beteiligungsfirmen wie KKR zum Teil auch Funktionen von Banken übernommen, etwa durch Kreditfonds, die Darlehen an mittelständische Unternehmen vergeben.

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