Private-Equity-Firmen rechnen sich 2005 große Chancen aus: Beteiligungsbranche investiert Milliarden in Deutschland

Private-Equity-Firmen rechnen sich 2005 große Chancen aus
Beteiligungsbranche investiert Milliarden in Deutschland

Der Boom der Beteiligungsbranche auf dem deutschen Markt wird sich im laufenden Jahr fortsetzen. Die Topmanager Jens Reidel von BC Partners, Thomas Pütter von Allianz Capital Partners, John Jetter von JP Morgan und Jens Tonn von Candover äußerten beim „Frankfurter Gespräch“ des Handelsblatts übereinstimmend die Überzeugung, dass die Industrie hier zu Lande weiterhin höchst attraktive Investitionschancen bietet. Gleichzeitig gibt es aber auch erste Warnungen vor spekulativen Übertreibungen.

Bildet sich am Private-Equity-Markt gerade eine gefährliche Blase?

Reidel: Wir haben keine Blase. Private Equity ist ganz normaler Bestandteil unserer Volkswirtschaft geworden.

Tonn: Mit Blick auf das Transaktionsvolumen kann man sicherlich nicht von einer Blase sprechen. Wir haben im vergangenen Jahr bei den mittelgroßen Deals zwischen 500 Mill. Euro und vier Mrd. Euro rund 20 Abschlüsse in Deutschland gehabt, davon waren die Hälfte Fälle in denen ein Finanzinvestor eine Beteiligung an den nächsten Finanzinvestor weiter gereicht hat (Secondary Deals). Also nur rund zehn Unternehmen oder Konzernteile kamen zum ersten Mal auf den Markt. Das ist kaum eine Veränderung gegenüber den Jahren 2002 oder 2003. Wir würden uns im Moment eher mehr Transaktionen wünschen.

Jetter: Blase? Nein, aber bei den Bewertungen der vergangenen sechs bis zwölf Monate sehe ich ein Problem. Die Bewertungen werden nicht von den Private-Equity-Häusern nach oben getrieben, aber der Finanzierungsmarkt ist sehr, sehr aggressiv. Bei einigen Häusern sind die Fremdfinanzierungen so aggressiv, das die Gefahr besteht, dass das Investment später in Gefahr gerät. Teilweise habe ich Transaktionen gesehen, die in eine Grauzone gehen, in der das Wort Blase schon relevant wird. Wir reden hier über Deals, bei denen das Sechs- bis Siebenfache des operativen Ergebnisses der Übernahmekandidaten mit Fremdfinanzierung abgedeckt wird. Da kommt man in einen Bereich, in dem man sagt: Vorsicht! Wenn man bei den Banken die Kreditseite für einen Deal ausreizt, darauf 20 Prozent Eigenkapital packt und daraus den Preis für eine Übernahme ableitet, ist das problematisch.

Also läuft der Markt heiß?

Reidel: Gegenüber 1990 haben wir sicherlich ein hohes Niveau erreicht, aber gemessen am volkswirtschaftlichen Potenzial Deutschlands eher nicht. Da stehen wir eher am Anfang. Zwölf bis 15 große Transaktionen bis in den Milliardenbereich hier zu Lande pro Jahr sind gemessen am Gewicht einer der größten Industrienationen doch nicht viel.

Tonn: Wir waren ja lange Jahre Entwicklungsland. Deshalb ist Deutschland ein reichhaltiges Jagdrevier, es gibt noch sehr viel zu restrukturieren. Viele Konzerne sind noch nicht durch ihre Beteiligungen und Töchter gegangen. Bis auf wenige Beispiele wie etwa Unger oder Grohe sind auch noch nicht sehr viele Familienunternehmen auf den Markt gelangt. Das kommt alles noch.

Jetter: Die Disziplinierung kommt über die Investoren für die Fonds ins Spiel. Die sagen ihnen beispielsweise, 15 Prozent Rendite sind mir zu wenig für dieses Risiko.

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