Private-Equity-Konferenz: Finanzinvestoren feilen am Image

Private-Equity-Konferenz
Finanzinvestoren feilen am Image

Die immer wieder in die Kritik geratenen Finanzinvestoren wollen an einem besseren Image arbeiten. Zahlreiche Private-Equity-Manager mahnten gestern zum Auftakt des Branchentreffens „Super Return“ in Frankfurt zu mehr Offenheit. Derweil wird Deutschland für ausländische Fonds immer attraktiver.

FRANKFURT. „Wir bekommen Aufmerksamkeit, aber es gibt zu viele negative Untertöne“, sagte Hanns Ostmeier, Deutschland-Chef des US-Finanzinvestors Blackstone. Die Finanzinvestoren waren vor zwei Jahren durch den damaligen Vizekanzler Franz Müntefering in die Diskussion gekommen, der die Branche mit gefräßigen Heuschrecken verglich. Harte Einschnitte bei einigen Beteiligungen wie etwa dem Armaturenhersteller Grohe verschärften den Ton.

Das Thema beschäftigt die Private-Equity-Firmen noch immer. „Wenn heute jemand erzählt, ich arbeite bei einer Private-Equity-Firma, bekommt er als Antwort: Oh, du siehst aber gar nicht so böse aus“, sagte Ostmeier: „Jeder von uns muss rausgehen und die Diskussion vorantreiben.“

Auch Thomas Pütter, der Vorstandschef des Bundesverbandes deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), mahnte zum Umdenken. „Angesichts der volkswirtschaftlichen Bedeutung unserer Branche, angesichts eines Umsatzes von 188 Milliarden Euro und mehr als einer Million Arbeitsplätzen ist es verständlich, dass wir zum Objekt von Fragen werden. Wir müssen die Antworten geben“, sagte er und ergänzte: „Ich bin mir sicher, wir haben nichts zu verbergen.“

Sowohl der BVK als auch die europäische Dachorganisation EVCA wollen deshalb eine Initiative für mehr Transparenz und Offenheit starten. Im Sommer werde der Verband Richtlinien veröffentlichen, an denen sich die Mitglieder orientieren könnten, kündigte Javier Echarri, der EVCA-Präsident, an. Generell müssten weitere Anstrengungen unternommen werden, um das Geschäftsmodell besser zu erklären. Dabei denkt Echarri neben den Politikern auch an die Gewerkschaften, Unternehmer und Medien.

Allerdings leidet der deutsche Private-Equity-Markt in den Augen der Finanzinvestoren unter einem entscheidenden Manko: Es fehlen bedeutsame deutsche Private-Equity-Firmen. „Gäbe es in Deutschland eine eigene Private-Equity-Industrie mit großen Playern, würde die Diskussion wahrscheinlich anders aussehen“, vermutete der Manager einer mittelgroßen ausländischen Private-Equity-Firma.

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