Private-Equity Mit Demut zu den Investoren

Die Finanzkrise führt zu einem massiven Umbruch im Verhältnis der Private-Equity-Branche zu ihren Geldgebern. Für die erfolgsverwöhnte Branche sind die fetten Jahre endgültig vorbei. Frisches Geld bekommen bestenfalls noch jene, die sich bereits in der Vergangenheit bewiesen haben.
Stürmische Zeiten für Private-Equity-Fonds. Quelle: Reuters

Stürmische Zeiten für Private-Equity-Fonds.

(Foto: Reuters)

MÜNCHEN. „Die Welt wird sich radikal auf Seiten der Limited Partners ändern“, prophezeit Thomas Pütter, Deutschlandchef von Allianz Capital Partners. Als Limited Partners (LPs) werden in der Branche die Investoren der Fonds bezeichnet – darunter Versicherer, Pensionsfonds und größere Stiftungen. Pütter steht mit seiner Meinung nicht alleine. „Die Limited Partners werden weitaus selektiver bei ihren Investitionen werden“, erläutert Stefan Zuschke, Deutschlandchef des Milliardenfonds BC Partners.

Für die erfolgsverwöhnte Branche sind die fetten Jahre endgültig vorbei. Dies gilt in erster Linie für frisches Kapital: 2007 und 2008 konnten die Fonds jeweils mehr als 400 Mrd. Dollar einsammeln. Im Auftaktquartal waren es nach Zahlen des Datenanbieters Preqin lediglich noch 46 Mrd. Dollar. „Wenn wir hochgerechnet auf das gesamte Jahr auf 200 Mrd. Dollar kommen, können wir uns schon freuen“, sagt ein hochrangiger Manager.

Frisches Geld bekommen bestenfalls noch jene, die sich bereits in der Vergangenheit bewiesen haben. „Wer einen Erstfonds auflegen will, kann es gleich vergessen“, heißt es unisono. Aber auch die etablierten Häuser können sich keineswegs sicher fühlen. Die Geldgeber dürften künftig sehr genau darauf achteten, ob ein Fonds wirklich ein gekauftes Unternehmen voran gebracht und die Rentabilität verbessert habe, erklärt Pütter. Profitiere das Private-Equity-Haus nur vom Anstieg der Märkte, seien Investments fraglich.

Darüber hinaus dürfte sich im zweiten Halbjahr 2009 der ein oder andere Geldgeber sogar aus der Branche zurückziehen und sich von Anteilen trennen. Diese könnten sich durchaus auf einen deutlichen zweistelligen Milliardenbetrag aufaddieren, sagt Benedikt von Schröder, Partner bei der Investment-Boutique Augusta & Co. Ein anderer hochrangiger Private-Equity-Manager geht sogar von möglichen Anteilsverkäufen im Nominalwert von rund 140 Mrd. Dollar aus.

Unter dem Strich müssen sich die Fonds weitaus stärker um Geldgeber bemühen. „Das Thema Investor Relations wird künftig eine ganz andere Bedeutung haben“, glaubt BC-Partners-Manager Zuschke. Ein anderer Manager formuliert es noch deutlicher und spricht von Demut. „Die Zeiten, wo uns die Leute das Büro eingerannt haben und Schecks von 300 oder 400 Mio. Dollar abgeben wollten, sind vorbei.“

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