Banken buhlen um Milliardäre
Das große Geschäft mit den Superreichen

Weltweit wird die Zahl der Superreichen in den kommenden zehn Jahren um ein Drittel steigen. Gleichzeitig steigen auch ihre Ansprüche – eine Herausforderung für die Betreuer in den Banken.
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FrankfurtEin Penthouse in London oder New York – das war vielleicht im vorigen Jahrhundert der letzte Schrei. Heute suchen die wirklich Reichen dieser Welt die ultimative Abgeschiedenheit. Vielleicht mit Heli-Port, um dann doch relativ schnell zum nächsten Meeting einschweben zu können. „Eine private Insel ist wohl das größte Prestigeobjekt“, sagt Nicholas Candy, Chef des Immobilienspezialisten Candy & Candy.

Die Top 5 seiner Insel-Hitliste belegen Klassiker wie die Bahamas oder die britischen Virgin Islands. In Bermuda, der Insel mit der höchsten Konzentration von Immobilien für Super-Reiche außerhalb der USA, kostet eine typische Immobilie mit vier Schlafzimmern mindestens vier Millionen Dollar.

„Solche Studien oder die Ranglisten der Top-100- Super-Yachten bringen zwar etwas Glamour ins Geschäft, aber man darf sich nicht täuschen: Die Arbeit mit reichen Kunden ist anstrengend“, sagt ein Frankfurter Vermögensverwalter. Trotzdem bleiben die Ultra High Net Worth Individuals – kurz UHNWI – ein attraktives Marktsegment für die Banken. Einer der Hauptgründe: Hier gibt es noch echtes Wachstum zu verzeichnen.

Nach Branchenschätzungen wird allein die Zahl der Dollar-Milliardäre bis zum Jahr 2023 um 38 Prozent auf gut 2300 Personen wachsen, die der „Centa-Millionäre“ mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar um knapp ein Drittel auf 48.500.

Die Musik spielt in den kommenden Jahren im asiatisch-pazifischen Raum mit Wachstumsraten im Wealth-Management-Markt von mindestens zehn Prozent pro Jahr – in Europa werden es wohl nur rund drei Prozent werden. Verglichen mit dem breiten Retailgeschäft, das unter der Niedrigzinspolitik der Notenbanken leidet, suchen viele Geldhäuser ihr Heil beim Millionärsklientel.

Aber die Ansprüche der Kunden sind hoch – und sie fordern die Betreuer in den Banken heraus, weil sie meist selbst über eine exzellente Ausbildung an Elite-Universitäten verfügen. Und nicht selten beschlagen sind in Finanzfragen.

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  • Dieses Geld wird in den Wirtschaftskreislauf zurück geführt u. sorgt somit für Arbeitsplätze.
    Nur wenn es verbrannt würde, wäre es verwerflich.
    Geld ist eine herrliche Sache. Mit Geld kann sich eine Frau jeden Mann kaufen!

  • Viel Geld viele Sorgen, wenig Geld auch viele Sorgen, kein Geld: viele andere Sorgen. Letztendlich sind wir alle Puppen die an den Strippen des Geldes hängen.

    Im übrigem denke ich auch das ein "Cleverer" für seine Cleverness auch belohnt sein soll / will.
    Ich persönlich denke aber dass das erst ab einem gewissen Volumen funktioniert.

    Der kleine Unternehmer der sicherlich auch am Tag 12 Stunden und mehr auf volles Risiko arbeitet wird mehr oder weniger von seinem kleinen Geschäft leben können, aber sicherlich nicht reich werden. Da passen alle "Anderen" schon auf.

    Der Herr Winterkorn und ähnliche Posteninhaber werden in erster Linie für das tragen der Verantwortung bezahlt.
    Da diese Posten nicht so wirklich viel existieren, kann man auch derartige Entlohnungen vornehmen, zumal der kleine elitäre Kreis in sich selbst schon füreinander "sorgt"; solange man nach den Statuten handelt. Angestellte Manager geben somit auch nicht ihr eigenes Firmengeld aus, sondern nehmen die Firma da eher etwas "aus", krass ausgedrückt (siehe Karstadt und Co.).

    Wenn man´s genau vergleicht ist das wie Politik: die Bürger werden von den Regierenden immer mehr ausgenommen während sich die Politik selbst mästet, mästet und mästet und einfach irgendwann wie ein kleines fettes Ferkel halbtot und unfähig zu handeln rumliegt; und wartet das es von den vorbeigehenden Bürgern...weiter gemästet wird.

    Eigentlich: zum kotzen.

  • @ Herr Kammschott

    Wenn die Argumente fehlen, dann muß es eben Neid sein.

    Es gibt kein schöneres Märchen als durch Arbeit Reichtum zu erwerben.
    Nur ein Beispiel: Am Ende des 2. Weltkrieges waren die Fabriken der Fa. Krupp in Essen und im Ruhrgebiet vollkommen zerstört.
    Es waren die Arbeiter der Fa. Krupp die mit Ihren Händen die Fabrikhallen wieder aufgebaut haben.
    Aber die Krupps waren die Millionäre, ohne daß ich die sozialen Kompenenten der Firma Krupp in Abrede stellen würde.

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