Stiftungsfonds
Geld verschenken leicht gemacht

Mehr als 20.000 Stiftungen unterstützen in Deutschland wichtige Projekte und helfen vermögenden Menschen, ihr Geld zu verschenken. Doch eine Stiftung zu gründen bedeutet einen immensen bürokratischen Aufwand.
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FrankfurtFür Ilse Völter ist die Zeit in Asien das Abenteuer ihres Lebens gewesen. Die damals 33-Jährige untersuchte in Japan Sojabohnen, ein Stipendium ermöglichte das Forschungsprojekt der Naturwissenschaftlerin in den 60er-Jahren. Doch das Land begeisterte sie weit darüber hinaus: „Vor allem die japanische Kunst hat mich beeindruckt, die fand ich atemberaubend schön.“

Eine japanische Kunstausstellung war daher das erste Projekt, das der Stiftungsfonds der Wissenschaftlerin ermöglichen sollte. Mit dem Fonds kann sie als Stifterin tätig sein, ohne eine eigenständige Stiftung zu gründen. Gerade für kleinere Vermögen ist dies eine sinnvolle Alternative.

Denn nach Angaben des deutschen Stiftungsverbands gibt es in Deutschland zwar mehr als 20.000 Stiftungen, es existiert ein Stiftungsvermögen von rund 100 Milliarden Euro. Doch die Summe konzentriert sich auf einige wenige: Die zehn größten Stiftungen wie etwa die Robert-Bosch-Stiftung und die Dietmar-Hopp-Stiftung besitzen fast ein Drittel des gesamten Stiftungskapitals.

„Meiner Erfahrung nach lohnt sich die eigenständige Stiftung erst ab ein bis zwei Millionen Euro“, sagt Claudia Weissflog, Stiftungsexpertin der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Falk & Co. Eine Stiftung wird grundsätzlich auf Ewigkeit angelegt, allein die Kapitalerträge finanzieren den gewünschten Zweck. Bei den derzeitigen Niedrigzinsen ist eine ordentliche Summe notwendig, damit das Geld überhaupt etwas bewirken kann. Das Mindestkapital von 50.000 Euro reicht nicht aus.

Der bürokratische Aufwand ist zudem immens: Eine Stiftung muss einen Vorstand besetzen und einen Jahresabschluss vorlegen. „Die Hürden einer eigenständigen Stiftung schrecken viele ab. Bei mittleren Beträgen kann es daher sinnvoller sein, das Geld in einer gemeinschaftlichen Stiftung zu verwalten“, sagt Weissflog.

Auch Völter wollte mit ihrem Geld etwas ermöglichen - ohne viele Komplikationen. Daher hat sie einen Stiftungsfonds gegründet. Es handelt sich dabei um individuelle Stiftungsvorhaben innerhalb einer Dachstiftung. Das Geld wird separat verwaltet und nach Wünschen der Stifter eingesetzt. Der Verwaltungsaufwand einer eigenen Stiftung fällt weg.

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