Vermögende im Ruhestand
Denn sie wissen fast nicht, was sie tun

Die Deutschen fühlen sich für ihren Ruhestand gut abgesichert. Doch eine Umfrage zeigt: Viele überschätzen ihr Altersvorsorge-Know-How. Experten sehen das als Problem – zweifeln aber auch an der Aussagekraft der Studie.
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Freizeit, Freiheit, Gelassenheit – das verbinden deutsche Vermögende mit dem Ruhestand. Sie sind allerdings finanziell nicht so gut auf den Ruhestand vorbereitet, wie sie denken. In der Theorie scheint alles durchdacht, doch in der Praxis hapert es.

So liest sich eine YouGov-Umfrage, die im Auftrag von MLP und dem Versicherer Aegon durchgeführt wurde. In ihr gaben 68 Prozent der befragten Vermögenden an, mindestens sehr gut auf den Ruhestand vorbereitet zu sein, doch nur 31 Prozent konnten ihr voraussichtliches Einkommen im Ruhestand tatsächlich beziffern. Das Ergebnis fällt im Sinne der Studienauftraggeber aus. MLP vermittelt Altersvorsorgeprodukte.

„Überraschend ist das leider nicht“, kommentiert Andreas Grünewald das Ergebnis der Umfrage. Der unabhängige Vermögensverwalter begegnet immer wieder ökonomischem Unwissen und verweist auf Studien, die beweisen, dass deutsche Erwachsene an einfachsten Finanzfragen scheitern. Dieses Unwissen gebe es auch unter Vermögenden.

Andreas Beck, Vorstand des Instituts für Vermögensaufbau, findet das Ergebnis wenig aussagekräftig. „Natürlich kann das voraussichtliche Einkommen nicht beziffert werden.“ Die riesigen Rentenlücken, die auf die jüngeren Generationen später zukämen, seien schwer greifbar. Die Politik habe einfach zu viele unbekannte Faktoren geschaffen.

Doch auch bei weiteren Fragen bestätigt sich der erste Eindruck: Theoretisches Wissen und tatsächliches Handeln driften bei den Teilnehmern auseinander. Nur sechs Prozent sind mit den Zinsen ihrer Bank oder ihres Tagesgeldkontos voll zufrieden und weitere 23 Prozent sagten, sie seien eher zufrieden. Trotzdem parken 53 Prozent der Befragten ihr Geld auf dem Girokonto und sogar 70 Prozent legen ihr Vermögen auch in niedrig verzinstem Tagesgeld an.

„Hier sehen wir eine sehr große Trägheit“, erklärt Grünewald. „Geld umzuschichten ist mittlerweile ein enormer Aufwand – allein wenn man sich die zahlreichen Formulare anschaut. Viele schrecken deshalb einfach vor neuen Anlagen zurück.“

Dass viel Geld einfach schlecht verzinst auf einem Tagesgeldkonto liegt, sei aber auch der Angst vor der Aktie geschuldet. „Viele Menschen vertrauen immer noch darauf, dass ihre Einlagen bei der Bank sicher sind. Es wird einfach zu wenig über Geld in Deutschland gesprochen. Wenig wird kritisch hinterfragt“, kritisiert Grünewald.

Auch Beck sieht das Anlageverhalten der Deutschen als Problem. „Anstatt an der deutschen Wirtschaftsleistung mitzuverdienen spart der Deutsche in die Lebensversicherung, macht einen Bausparer oder legt Geld aufs Tagesgeld.“

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„Viele überschätzen sich selbst“

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  • heute erhalten 70% der Rentner eine Rente bis zu 1100 Euro. Nur 30% der Rentner liegen darüber. Die Höchstrente
    liegt bei 2500 Euro, die erhalten ca. 14 Rentnerin Deutschland. Im Endeffekt ist das zuwenig zum Leben und
    um Sterben. Viel besser sind die Politiker und Beamten dran. zB. Von 2000 - 2014 erfolgten folgende Erhöhungen
    Pensionen von Beamten um28%
    Renten in Westde. um 14,8%
    Renten in Ostd. um 20,8%
    Diäten um 30,2% erhöht.

    Die Zuschuesse des Staates wurden von Schäuble zur Rentenversicherung bzw. zur Krankenversicherung gekürzt,
    um weiterhin die hohen Pensionen zu zahlen. Da kann ich
    nur sagen asozial.

    h. mueller

  • Um nennenswerte Vermögenswerte aufzubauen ist es für junge Generationen schon sehr schwer. Wenn alle in Aktien investieren: was soll da kommen?
    Die nächste Frage ist schon: wieviel kann ein Normalo heutzutage überhaupt noch für den Vermögensaufbau monatlich aufbringen? Seien wir ehrlich: die Masse: nichts. Monatsende = Geldende.

    Nicht alle verdienen 2.5, 3,4T Euro netto im Monat. Die meisten kriechen mit 1,8-2,3 rum und müssen davon oft noch eine Familie ernähren.

    Letztens sortierte ich Energieabrechnungen und sah schwarz auf weiss: in den letzten 8 Jahren hat sich der Strompreis fast verdoppelt. Haben sich die Einkommen nennenswert erhöht? Nichts davon zu sehn.

    Ebenso denke ich das in 20-30 Jahren diese Wirtschaft so nicht mehr exisitiert und sich grundlegenst zum Nachteil der meisten Menschen "entwickelt" hat; inkl. Totalüberwachung bis ins kleinste Detail.

    Wahrscheinlich muss man sich dann schon rechtfertigen wenn man 100 Euro in Bar irgendwo einzahlt, falls nicht bis dahin alles im Sinne der BösenMenschenAbwehr in papierloses Giralgeld gewandelt wurde. Lässt sich ja auch besser überwachen.

    Da wird nichts mehr wahr sein von dem, was heute noch groß beschrien wird.

    Von daher: wozu sparen? Für die Rente? Lachhaft; die Kohle wird 1/3 von dem heutigen Wert wert sein, falls überhaupt.
    Ist es erstrebenswert sein Leben lang auf den "letzten Teil seines Lebens" zu sparen?

    Mitnehmen kann man nichts. Was man ausgegeben hat kann einem nicht mehr genommen werden; man hatte seinen Spaß und: die Besten sterben ohnhin jung.

  • Rentenlücke und Versorgungslücke = Panikmache

    Der Leser soll zu Abschlüssen gedrängt werden, bei dem Provisionen fliessen. Das Management der investierten Werte übernehmen dann irgendwelche anonymen Personen, die nur das Beste vom Anleger wollen - das Geld.
    Also keine Panik. Keine Angst machen lassen. Selber den Kapitalmarkt studieren und ohne Zwischenhändler oder sog. "unabhängige" Berater investieren.

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