Privatisierung
Keiner will die griechische Postbank kaufen

Griechenland findet offenbar keinen Käufer für die Hellenic Postbank. Derzeit gehören dem griechischem Staat noch 34 Prozent am Unternehmen. Die vollständige Privatisierung war aber Auflage der Troika.
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AthenNach dem Scheitern von Verkaufsverhandlungen will Griechenland offenbar in der nächsten Woche über die Zukunft der maroden Hellenic Postbank entscheiden. Den Behörden des krisengeschüttelten Euro-Mitgliedslands bleibe nun wohl keine andere Wahl, als das Geldhaus in zwei Teile aufzuspalten und den nichtüberlebensfähigen Bereich abzuwickeln, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag.

Die Hellenic Postbank befindet sich zu 44 Prozent in Staatsbesitz. Experten halten es für möglich, dass Griechenland die Bank zunächst rekapitalisiert und später noch mal nach Käufern sucht.

Am Donnerstagabend hatten drei große griechische Banken ihr Gebot für das Kreditinstitut zurückgezogen. Zu den Interessenten zählten Alpha Bank, Eurobank und National Bank. Angesichts der Zunahme an faulen Krediten und hoher Verluste im Zuge der Wertberichtigungen auf Staatsanleihen loten griechische Banken Fusionsmöglichkeiten aus, um die verheerende Schuldenkrise des Landes zu überstehen.

Die Privatisierung war eine Auflage der internationalen Geldgeber aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischer Union (EU). Griechenland muss im Gegenzug für die internationalen Hilfsgelder Staatsbeteiligungen an Unternehmen aufgeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Brüssel verlangt nicht, dass EU-Geldtransaktionen kostenlos abgewickelt werden.
    Die EU-Regularien zu diesem Thema besagen, dass eine Zahlung innerhalb der EU nicht mehr kosten darf als eine Inlandszahlung.
    Dass Inlandszahlungen (fast) kostenlos sind, ist nicht überall in Europa so, das ist fast nur Deutschland, weil hier der Inlandszahlungsverkehr schon lange extrem schlank und elektronisch abgewickelt wird.
    Daher ist es für multinationale Unternehmen ja auch eine Überlegung wert, ihre europäischen ("SEPA")-Zahlungen künftig über Konten in Deutschland abzuwickeln. Die Banken hier müssen das für sie für ein paar Cent tun, während eine Bank in einem anderen Land, in dem beim Inlandszahlungsverkehr noch Gebühren von z.B. 3 Euro üblich waren, diese auch weiterhin nehmen kann. Das wird mit der Zeit der "Markt" regeln aber das wird einige Zeit dauern.

  • NATÜRLICH will kein AUSLÄNDISCHER Investor diese Bank haben.
    Er müsste sich ja nach den griechischen Bankgesetzen richten und könnte nicht arbeiten, wie er es gewohnt ist.
    Es gibt hier keine Überweisungen, wie Sie das aus D kennen. Möchten Sie eine Rechnung bezahlen, gehen Sie zu Ihrer Bank, heben den Betrag ab, gehen zur Empfängerbank (wenn Sie Glück haben, befindet sie sich im gleichen Ort, ansonsten müssen sie leider ein bisschen reisen) und zahlen ihn dort wieder ein, auf das Konto des Empfängers. Für beide Aktionen müssen Sie eine Wartezeit in Kaufnehmen – Nummer ziehen und brav hinsetzen.
    Möchten Sie TROTZDEM Ihr Geld wie in D transferieren, müssen Sie teuer dafür bezahlen.
    Und selbst die EU-weiten Geld-Transaktionen sind hier nicht kostenlos wie Brüssel es verlangt. Sendet Ihnen jemand Geld zu – z.B. aus D, und sei es nur 100,-€ -, dann haben Sie automatisch IMMER einen Partner, denn die griechische Bank verdient IMMER mit. Für 100,-€ nimmt sie z.B. 3,-€ Gebühr, für 200,-€ entsprechend mehr.
    Das Argument für dieses verbotene Abkassieren? Typisch schlitzohrig ist es: Die EU-Geldtransaktion koste ja auch innerhalb der EU nichts – also bis ATHEN. Aber AB Athen bis in Ihre Stadt – tja, da werden dann leider wieder Gebühren fällig.
    Griechische Banken sind widerliche Schmarotzer-Institutionen, ihre Angestellten sind absolut an das System angepasst. Die Betrügereien, von denen allein ich in den letzten 10 Jahren erfuhr, sind wirklich beispiellos.
    Klar, dass ein ausländischer Investor weder einen solchen Betrieb noch solche Leute übernehmen möchte.
    Überflüssig zu sagen, dass es hier bis heute keine einzige Niederlassung einer deutschen Bank gibt... schauen Sie nach, wenn Sie es nicht glauben.

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