Privatkundengeschäft: DZ Bank erwägt Zukäufe

Privatkundengeschäft
DZ Bank erwägt Zukäufe

Die genossenschaftliche DZ Bank will das Geschäft mit vermögenden Privatkunden stärken - und dafür Kundenportfolios in Luxemburg und der Schweiz kaufen. Dafür will Spitzeninstitut der Genossen in Einzelfällen sogar zweistellige Millionenbeträge investieren.
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FRANKFURT. Die genossenschaftliche DZ Bank will ihr Geschäft mit vermögenden Privatkunden auch durch Zukäufe stärken. Die Bank führe Gespräche mit Wettbewerbern über den Kauf einzelner Kundenportfolios in Luxemburg und in der Schweiz, sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch". Damit will das Spitzeninstitut den noch kleinen Geschäftsbereich stärken.

"Einige Banken bieten bedingt durch Auflagen der EU ihre Kundenportfolios an", sagte Kirsch. Er verwies auf die Landesbank Baden-Württemberg, die jüngst ihr Luxemburger Private-Banking-Geschäft an die Deka-Bank abgegeben habe. Es gebe aber auch noch andere Wettbewerber, die "neue Häfen" für ihre Kunden suchten. "Wir werden bei solchen Portfolios mitbieten und sind bereit, Geld dafür in die Hand zu nehmen", sagte Kirsch weiter. In Einzelfällen sei die DZ Bank bereit, zweistellige Millionenbeträge in Kundenportfolios zu investieren.

Die DZ Bank betreibt das Geschäft mit vermögenden Privatkunden seit Juli 2010 gemeinsam mit ihrem Schwesterinstitut WGZ Bank. Die beiden Kreditinstitute wollen mit ihren Angeboten vor allem die örtlichen Volks- und Raiffeisenbanken dabei unterstützen, Private-Banking-Kunden zu gewinnen. Das Marktpotenzial für den genossenschaftlichen Bankensektor taxiert Kirsch auf 200 Mrd. Euro betreutes Anlagevolumen.

Den Genossenschaftsbanken geht es dabei vor allem darum, ihre eigenen Bestandskunden von ihrem Angebot zu überzeugen. So betreuen viele Volksbanken zwar Unternehmen im Firmenkundengeschäft, doch ihre privaten Vermögen lassen die Unternehmer oft von anderen Banken verwalten.

Der Zukauf von Kundenbeziehungen ist daher nicht die Hauptstrategie der Genossenschaftsbanken im Private Banking. "Diese Schlacht wird nicht über Zukäufe geschlagen, das ist nur ein Nebenaspekt für uns", sagte Kirsch.

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