Pro Finanzbranche
Banken sind kein Werk des Teufels

Den Nutzen der Banken erkennt man, wenn man sich eine Welt ohne sie und ihre Produkte vorstellt. Sehr schnell würde man dann bemerken, dass unsere moderne Welt nicht mehr funktionieren würde. Banken sind lebenswichtig.

DüsseldorfWenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Und genau das haben die Menschen getan: Sie haben Banken und Finanzprodukte erfunden. Nicht nur, weil sich mit Geldgeschäften das Geld vermehren lässt. Sondern zunächst vor allem aus praktischen Gründen. Die Italiener, um zu den Zeiten der Medici unterschiedliche Geldmünzen zu tauschen. Die Holländer, um während der Kolonialzeit ihren Handel über Landesgrenzen hinweg zu finanzieren. Und die Engländer, um das Geld für die Kriege ihres Empires aufzutreiben. So sind Banken und mit ihnen Finanzprodukte wie Anleihen entstanden. Insbesondere die Industrialisierung Kontinentaleuropas wäre ohne Hilfe der Banken völlig undenkbar gewesen.

Die moderne Finanzwelt ist also keine Ausgeburt menschlicher Gier, sondern diente und dient den Bedürfnissen einer wirtschaftlich wachsenden und dabei immer enger zusammenrückenden Welt. Die lebenswichtige Funktion der Finanzhäuser für die Weltwirtschaft gerät in der Kapitalismuskritik unserer Tage allzu leicht aus dem Blickfeld. Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beträgt das Volumen grenzüberschreitender Bankkredite weltweit fast 23 Billionen Dollar. Die Kreditinstitute sind das Herz der Weltwirtschaft und sorgen dafür, dass Ersparnisse sich im Wirtschaftskreislauf über Ländergrenzen hinweg in Investitionen und Verbrauch verwandeln können.

In den Attacken gegen Banken und Banker schwingt jedoch der naive Glaube mit, wir könnten große Unternehmen mit ihren internationalen Aktivitäten, eine auf Kredite angewiesene Konsumgesellschaft und ein modernes Staatswesen mit seinen vielfältigen Zukunftsinvestitionen mit den Mitteln und Möglichkeiten einer Kreissparkasse betreiben. Denn genau das fordern Kritiker, die Investmentbanken für überflüssig halten und Geschäftsbanken am liebsten zu Versorgungsbetrieben nach dem Vorbild von Stadtwerken degradieren möchten.

Wenn aber die Lehre aus der Finanz- und Schuldenkrise die Zerschlagung von Großbanken, die Abkehr von global verbundenen Finanzmärkten und wichtigen Finanzinnovationen der letzten 45 Jahre ist, stürzen wir die Welt in ein noch viel größeres Desaster. Eine Rückkehr in die Bankenwelt der 60er-Jahre, als Banken im Wesentlichen noch als Kapitalsammel- und Verteilstellen operierten, würde uns auch auf das damalige Wohlstandsniveau zurückwerfen.

Risikokapitalgeber und Finanzinnovationen haben nämlich wesentlich zum Wohlstandsboom der vergangenen Jahrzehnte beigetragen. Ohne das Zusammenspiel zwischen risikobereiten Geschäftsbanken, Risiko-Kapitalisten und Private-Equity-Gesellschaften wären in den USA in den neunziger Jahren niemals 20 Millionen neue Jobs entstanden. Verbriefungen und Derivate haben es Unternehmen und Verbrauchern ermöglicht, sich einfacher und günstiger zu finanzieren oder sich gegen Risiken des modernen Wirtschaftens abzusichern. Viele Unternehmer verdammen zwar die entfesselte Finanzwelt, hüten sich aber davor, alle Derivate zu verteufeln. Helfen solche Finanzpapiere ihnen doch dabei, sich vor Zinsrisiken sowie Wechselkurs- und Rohstoffpreisschwankungen zu schützen. Nach Angaben des internationalen Derivateverbandes ISDA nutzen über 90 Prozent der Fortune-500-Konzerne diese Finanzinnovation, um ihren Cash-Flow zu verstetigen und sich gegen makroökonomische Risiken abzusichern.

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