Problembanken in Italien
Banca Carige nimmt 500 Millionen Euro auf

Der Banca Carige steht auf Geheiß der EZB die dritte Kapitalerhöhung seit 2014 bevor – diesmal um 500 Millionen Euro. Das Institut muss seine faulen Kredite reduzieren. Ein Führungsstreit verschleppt zudem den Umbau.
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MailandDie italienische Problembank Banca Carige beschafft sich frisches Geld durch eine Kapitalerhöhung und den Verkauf von Vermögenswerten. Die Kapitalmaßnahme soll dem Finanzinstitut bis zum Jahresende 500 Millionen Euro in die Kassen spülen, teilte Carige am Montag mit. Mit Hilfe von Veräußerungen will das Geldhaus mindestens 200 Millionen Euro einnehmen. Zudem wolle Carige Problemkredite im Volumen von 1,2 Milliarden Euro abstoßen. Der Verwaltungsrat der neuntgrößten Bank Italiens segnete die Pläne am Montag bei einer Sitzung ab.

Das Institut muss auf Geheiß der Europäischen Zentralbank (EZB) frisches Geld aufnehmen und die faulen Kredite in seinen Büchern reduzieren. Ihm steht damit die dritte Kapitalerhöhung seit 2014 bevor. Die Restrukturierung verzögerte sich zuletzt wegen eines Führungsstreits. Vor kurzen wurde der frühere UniCredit-Manager Paolo Fiorentino zum neuen Carige-Chef berufen. Sein Vorgänger war vom Hauptaktionär nach nur einem Jahr aus dem Amt gedrängt worden. Beide waren sich uneins über das richtige Vorgehen zur Überwindung der Krise.

Mit einer Kapitallücke von 600 Millionen Euro sorgt Carige in Italien allerdings für weit weniger Kopfschmerzen als Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza, für die die Regierung in Rom bis zu 17 Milliarden Euro bereitstellen will. Die Auffanglösung sorgte für große Erleichterung in der heimischen Bankenbranche.

Im Zuge der jahrelangen Wirtschaftsflaute in Italien ächzen viele heimische Banken unter einem Berg an faulen Krediten. Anders als Spanien oder Irland hat Italien keine EU-Gelder genutzt, um die Bilanzen der Geldhäuser zu sanieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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