Probleme bei Bond-Versicherern: Fitch sieht kein Ende der Krise

Probleme bei Bond-Versicherern
Fitch sieht kein Ende der Krise

Bankenexperte rechnet mit Belastungen auch noch in der ersten Jahreshälfte 2008. Die Turbulenzen bei US-Anleiheversicherern könnten sich nach seiner Einschätzung sogar zu einer zweiten Welle in der Finanzkrise entwickeln. Bei Eurohypo und Münchener Rück gibt man sich trotzdem gelassen.

bas/hgn/cü. FRANKFURT. Die Ratingagentur Fitch sieht auch mit der Vorlage der Jahresabschlüsse die Finanzkrise für die Banken noch nicht ausgestanden. Bankenexperte Thomas von Lüpke sagte, er rechne nicht damit, dass die Belastungen in voller Höhe in den Jahresabschlüssen der Banken verarbeitet werden. Deshalb würden auch in der ersten Jahreshälfte 2008 noch Belastungen auftreten. Zusätzlich zu den Bewertungsänderungen, die zu einem großen Teil nur vorübergehend seien, sollten steigende Kreditausfälle in diesem Jahr zunehmend ein Thema werden.

Dabei könnten sich die Turbulenzen bei den US-Anleiheversichern (Monoliner) nach Ansicht von Lüpkes zu einer weiteren Welle der Finanzkrise entwickeln. Die Bond-Versicherer und die Entwicklung der Realwirtschaft seien die beiden Fronten, die bestimmten, ob das zweite Halbjahr 2008 für die europäischen Banken wieder erfreulicher werde. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht von Lüpke aber „eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Monoliner intakt bleiben und auf die ein oder andere Weise unterstützt werden“.

Kreditversicherer wie MBIA oder Ambac haben weltweit rund 2,5 Bill. Dollar an Anleihen und strukturierten Produkten versichert. Sie „verleihen“ dabei ihre hohe „AAA“-Bonität an Emittenten, die sich wiederum günstiger refinanzieren können. Die Subprime-Krise hat den Kreditversicherern aber massive Lasten beschert, so dass ihre eigenen Ratings in Gefahr sind. Die Bonität von Ambac wurde bereits von der Rating-Agentur-Fitch zurückgestuft. Ähnliches droht Experten zufolge Marktführer MBIA sowie den kleineren Anbietern FGIC und XL Assurance.

„Die Herabstufung von Ambac und die Gefahr von Herabstufungen weiterer Monoliner könnten Banken und Versicherer, die sich auf die Garantien verlassen haben, nachhaltig belasten“, warnt Rob Haines vom Researchhauses Credit Sights.

Münchener Rück und Eurohypo traten gestern Sorgen entgegen, bei einem Wegfall der Garantien massive Abschreibungen auf die betroffenen Portfolios schultern zu müssen. Die Assekuranz bezifferte das Volumen versicherter Wertpapiere auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. „Wir fühlen uns damit sehr komfortabel“, fügte eine Sprecherin hinzu. Zum Vergleich: Die Gesamtanlagen des weltweit zweitgrößten Rückversicherers belaufen sich auf etwa 180 Mrd. Euro. Der zur Commerzbank gehörende Immobilienfinanzierer Eurohypo nannte keine Zahlen. Ein Sprecher gab sich aber gelassen: „Wir werden hier keine materiellen Probleme haben.“

Zu Wochenanfang hatten mehrere Analysten unter anderem vor Abschreibungsrisiken bei der Hypo Real Estate gewarnt. Weil der Immobilienfinanzierer im Branchenvergleich eher schwach kapitalisiert ist, wurde zudem über die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung spekuliert. Gestern schloss das Spezialinstitut in einer Investoren-Präsentation einen solchen Schritt aber erneut kategorisch aus.

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