Procredit Holding
Diese Frankfurter Bank zahlt keine Boni, dafür stets Dividende

Neben Deutscher Bank und Commerzbank gibt es in Frankfurt ein Finanzinstitut, das einiges anders macht. Procredit Holding zahlt keine Boni, schüttet stetig Dividenden aus und bedient vor allem Unternehmenskunden.
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Die im Stadtteil Bockenheim ansässige Gruppe, die seit dem 22. Dezember im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert ist, befindet sich auf dem besten Weg, in diesem Jahr ihren Umbau zur Hausbank kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) abzuschließen, wie Vorstand Borislav Kostadinov in einem Interview mit Bloomberg erklärte. Aus ihrer früheren Zielgruppe sehr kleiner Firmen - samt Mikrokrediten - steigt Procredit komplett aus.

„Rund 83 Prozent unserer Kreditbuchs entfallen inzwischen auf Kredite mit einem Volumen von mehr als 30.000 Euro. Ende dieses Jahres werden wir mit wenigen Ausnahmen keine Kredite an Firmenkunden unter dieser Summe mehr in den Büchern haben“, erklärt Kostadinov.

Was sich jedoch nicht verändern soll, ist die Dividendenstrategie. Das Unternehmen hat jedes Jahr seit Bildung der Gruppe 2003 mit einem Gewinn abgeschlossen. Aus ihrem Überschuss ließ die Procredit erstmals 2007 eine Dividende an ihre Aktionäre fließen - und dabei ist es bis heute in jedem Jahr geblieben, selbst während der Finanzkrise. Kostadinov: „An der Strategie, ein Drittel unserer Gewinne auszuschütten, halten wir fest“. Zuletzt lag die Dividendenrendite bei 2,9 Prozent, zeigen Bloomberg-Daten.

Aktiv ist die Gruppe mittlerweile vor allem in Ost- und Südosteuropa. In elf Ländern der Region betreibt sie Banken, darunter in Albanien, Serbien und Georgien.

Die Strategie und die Bewertung des Unternehmens sind interessant, sagt Analyst Philipp Häßler von der Equinet Bank AG. Er stuft Procredit mit „Akkumulieren“ ein. „Die Bankprodukt-Durchdringung in Osteuropa und Südosteuropa ist nicht so stark, was das Geschäft dort attraktiv macht.“ Positiv seien außerdem die gute Kapitalausstattung und die solide Aktiva-Qualität.

Gleichzeitig verweist er im Gespräch mit Bloomberg aber auch auf politische Risiken, etwa in der Ukraine. Das Kosten-Ertragsverhältnis in den fortgeführten Geschäftsbereichen belief sich im vergangenen Jahr auf 71,3 Prozent. Häßler sieht noch Verbesserungspotenzial bei der Kosteneffizienz.

Aus Afrika hat sich ProCredit inzwischen vollständig zurückgezogen. In Lateinamerika hält sie nur noch an Ecuador und Kolumbien fest. Der Verkauf der Geschäfte in El Salvador und Nicaragua läuft noch. „Es ist nicht das erste Mal, dass wir Institute veräußern. Wir gehen davon aus, dass wir die Verkäufe bis zum Ende des Jahres abschließen“, sagt Kostadinov. Für die Kernkapitalquote wird danach ein Wert von mehr als 13 Prozent vorhergesagt.

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