Prognose
Deutscher Bank droht schwacher Quartalsgewinn

Die Deutsche Bank gibt heute ihre Quartalsergebnisse bekannt - und das wird kein Honigschlecken. Analysten rechnen mit sinkenden Gewinnen. Josef Ackermanns Wechsel in den Aufsichtsrat wird damit kein Selbstläufer.
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Frankfurt/BerlinJosef Ackermann hatte bereits davor gewarnt - vor einem enttäuschenden dritten Quartal. Heute ist die Stunde der Wahrheit und Analysten rechnen in der Tat mit einem ernüchternden Zahlenwerk. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten erwarten, dass die Deutsche Bank hat im dritten Quartal einen Vorsteuergewinn von 572 Millionen Euro eingefahren haben dürfte. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg rechnen Experten mit einem Gewinn in Höhe von 343 Millionen Euro.

So oder so: Der Deutschen Bank droht ein drastischer Rückgang im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Quartalen. Wahrscheinlicher Grund: das schwache Investmentbanking über die Sommermonate. Im Vorjahreszeitraum hatte die Postbank-Übernahme der Deutschen Bank einen Verlust in Höhe von 1,21 Milliarden Euro eingebrockt.

Völlig überraschend kommt diese Wendung nicht. Wegen der europäischen Schuldenkrise hatte die Deutsche Bank bereits Anfang Oktober ihr ehrgeiziges Gewinnziel aufgegeben. Der scheidende Vorstandschef Josef Ackermann war sogar seinem großen Ziel abgerückt, noch in diesem Jahr einen Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro vor Steuern im Kerngeschäft zu erreichen.

Diese Marke sei nach einem enttäuschenden dritten Quartal außer Reichweite, weil Besserung nicht in Sicht sei, hatte er auf einer Investorenkonferenz in London eingeräumt. Das operative Ergebnis im Kapitalmarktgeschäft im dritten Quartal sei deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hieß es da.

Vor allem das Investmentbanking leidet unter der lähmenden Angst von Unternehmen und Anlegern vor der Pleite eines Euro-Landes. Konsequenz: Im Kapitalmarktgeschäft sollen nun bis März 2012 weitere 500 Stellen abgebaut werden - allerdings vor allem im Ausland.

Für das Gesamtjahr waren Anfang Oktober Analysten bei Bloomberg im Mittel von einem Vorsteuergewinn von 7,8 Milliarden Euro ausgegangen, bei Reuters von gut acht Milliarden Euro. Das von Rainer Neske geleitete Privatkundengeschäft dürfte auch in der Krise stabil geblieben sein.

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Investmentbanking „deutlich unter Plan“

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  • die kurse der dbk sind aber schon 50% unter lehmann-niveau,oder so hoch wie 1982/83,oder mit einem kgv von 3-5, oder 70 % schlechter als der dax,...soll ich fortfahren?

  • das es nicht steil Bergauf geht muss J.A. doch klar sein,
    der kann aber auf Merkel zählen! die wirds Richten..
    beide sind ja Mächtig..und mit Steinbrück kann er ja
    auch schon mal anbändeln, dann wirds die nächsten 6 Jahre
    so bleiben wie es jetzt ist.

  • Dazu brauche ich keine Analysten! Die Deutsche Bank kann auch nicht auf Erden Geschäfte machen und dabei himmlische Gewinne erzielen. Allein durch die abgesagten Börsengänge Evonik und Osram entgehen der Bank Millionen, dazu die Abschreibungen auf griechische Anleihen und schon ist eine Milliarde futsch! Aber trotzdem denke ich, dass die sogenannten Experten die Bank unterschätzen. Aus der allgemeinen Lage aber nun eine "persönliche Niederlage"
    Dr. Ackermanns zu konstruieren ist ziemlich daneben!

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