Provinzial-Fusion
Landschaftsverband beharrt auf AG als Rechtsform

Die Fusion der Versicherer Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland droht zu scheitern. Um die künftige Rechtsform tobt ein Streit. Der Großaktionär Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat sich festgelegt.
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DüsseldorfDie Pläne für eine Großfusion im Lager der Sparkassen-Versicherer stehen auf der Kippe. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) pocht als Großaktionär der Provinzial Nordwest bei den Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit der Provinzial Rheinland darauf, dass auch der fusionierte Versicherer als Aktiengesellschaft organisiert wird, wie er am Freitag mitteilte.

Das birgt Zündstoff: Der potenzielle Partner Provinzial Rheinland ist eine Anstalt öffentlichen Rechts. Der LWL, der rund 40 Prozent an der Provinzial Nordwest hält, fürchtet nach einer Umwandlung deutliche Steuernachteile. Zudem bleibt mit dem Erhalt einer Aktiengesellschaft die Option eines Eignerwechsels auf dem Tisch.

Dass die Allianz ihre Fühler nach Deutschlands zweitgrößtem Sparkassen-Versicherer, der Provinzial Nordwest, ausgestreckt hatte, hatte die Verhandlungen über eine Fusion der beiden öffentlichen Versicherer erst in Gang gebracht. "Der LWL hält an der bewährten Rechtsform der AG für die Holding eines potenziell zusammenzuführenden Unternehmens fest", beschlossen die Abgeordneten im LWL-Landschaftsausschuss. "Nach gegenwärtigem Stand stehen die unterschiedlichen Rechtsformen einer Vollfusion auf der Ebene der Management-Holding entgegen." Eine Kooperation der Versicherer sei damit aber nicht vom Tisch - denn eine Zusammenarbeit der beiden Versicherer hält der LWL ausdrücklich für sinnvoll. Synergien "unterhalb der Vollfusion" könnten erzielt werden, teilte der LWL mit.

Die Provinzial Rheinland drängte am Freitag zur Eile. Die Fusionsverhandlungen sollten fortgesetzt werden, so lange es eine Chance zur Einigung gebe. Die Eigentümer der Provinzial Rheinland legten "Wert auf eine zeitnahe Fortsetzung der Gespräche", hieß es in einer Mitteilung. Doch dazu müssten sich die Provinzial Nordwest und deren Eigentümer erst einmal einig werden. Auch Sparkassenverbände sind an den beiden Versicherern beteiligt.

Der Sparkassenverband Westfalen-Lippe hatte immer wieder betont, er gehe ohne Vorbedingungen in die weiteren Verhandlungen über eine Fusion - auch in der Frage der künftigen Rechtsform. Bei den Sparkassenverbänden im Rheinland war dagegen immer wieder deutlich gemacht worden, dass eine Abkehr von der Anstalt öffentlichen Rechts mit Problemen verbunden sei.

Die Vorstände der beiden Versicherer hatten im Frühjahr das Konzept für einen Zusammenschluss ausgearbeitet. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung in Düsseldorf hatte Unterstützung für einen Zusammenschluss signalisiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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