Provokanter Blick auf 2018 Bitcoin bricht ein, Fed verliert die Unabhängigkeit

Ungeheuerliche Thesen: Der Chefökonom der Saxo Bank wagt wieder einen Blick in die Zukunft. Für 2018 hält er einige Überraschungen für möglich. Von Kursschwankungen, Zinskontrollen und dem wertvollsten Konzern der Welt.
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Jedes Jahr wagt die dänische Saxo Bank einen Blick in die Zukunft – Chefökonom Steen Jakobsen sieht für 2018 unter anderem steigende Volatilität. Quelle: dpa
Zukunftsblick

Jedes Jahr wagt die dänische Saxo Bank einen Blick in die Zukunft – Chefökonom Steen Jakobsen sieht für 2018 unter anderem steigende Volatilität.

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FrankfurtDer Chefvolkswirt der dänischen Saxo Bank, Steen Jakobsen, versucht seit mehr als zehn Jahren, das Undenkbare zu denken. Nichts ist ausgeschlossen. Bereits Anfang 2017 sagte der Chefökonom voraus, dass Donald Trump die US-Wahlen gewinnen und dass dies die Märkte kaum beunruhigen werde. Auch den Brexit und die folgende (Nicht-)Reaktion der Märkte prognostizierte er korrekt. Es gibt also gute Gründe, dem Mann zuzuhören.

Auch für 2018 hat er zehn „ungeheuerliche Prognosen“:

These 1: Bitcoin bricht ein.

Die digitale Währung erreicht, so seine These, 2018 in der Spitze einen Kurs von 60.000 Dollar und einen Marktwert von mehr als einer Billion Dollar, da Derivate die Kryptowährung für Investoren attraktiver machten. Doch Russland und China spielen nicht mit und verbieten jede Form von Kryptowährungen in ihren Ländern. Es kommt zum Crash, und 2019 notiert die Währung nahe den Produktionskosten von 1.000 Dollar.

These 2: Ostländer bestimmen EU-Politik.

Das Auseinanderdriften der EU-Kernländer und der skeptischeren neueren Mitglieder führt zu einer unüberbrückbaren Kluft. Das politische Zentrum bewegt sich vom Duo Deutschland/Frankreich in Richtung Osteuropa. Die institutionelle Blockade führt zum Abstieg des Euro in Richtung Parität zum Dollar.

These 3: Fed verliert Eigenständigkeit.

Bei den Midterm-Wahlen zur Hälfte von Donald Trumps erster Präsidentschaft in den USA 2018 gewinnt der Populismus an Gewicht. Es mangelt an Haushaltsdisziplin, der Einnahmeausfall durch die Steuerkürzungen führt die USA in Richtung Rezession. Auf schwächere Wirtschaft, steigende Inflation und Zinsen weiß die Notenbank Fed keine Antwort. Die Märkte spielen verrückt, und die Ungleichheit zwischen Arm und Reich wächst. Das Finanzministerium übernimmt die Führung und erzwingt von der Fed einen maximalen Zins von 2,5 Prozent für langlaufende US-Staatsanleihen, um einen Bond-Crash zu verhindern.

These 4: Japan startet Zinskontrolle.

Die Bank of Japan sieht sich höherer Inflation und steigenden Zinsen gegenüber. Der Yen stürzt ab, die Notenbank lockert die Geldpolitik, und der Wechselkurs fällt von aktuell 113 auf 100 Yen pro Dollar.

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1 Kommentar zu "Provokanter Blick auf 2018: Bitcoin bricht ein, Fed verliert die Unabhängigkeit"

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  • Zu: „Der Bitcoin spielt eine sehr kleine Rolle in unserem Zahlungssystem, ist kein stabiles Wertaufbewahrungsmittel und auch als gesetzliches Zahlungsmittel nicht anerkannt“ (…) Die digitale Währung, die in diesem Jahr rund 1700 Prozent zugelegt hat, sei „hoch spekulativ“. / „Auch dass die amerikanische Notenbank in absehbarer Zeit eine eigene digitale Währung einführen könnte, hält Yellen für abwegig. (…) „Aber das ist nichts, was die Fed ernsthaft in Erwägung zieht. Es gibt nur begrenzte Vorteile und auch nur begrenzten Bedarf dafür. Aber es gibt viele Bedenken.“ aus dem HBO-Artikel „Janet Yellen - Zum Abschied eine Zinserhöhung"
    und zum Stichwort „Rolle des Geldes“ im Kommentar zum HBO-Artikel „Immobilienmarkt steht weiter Kopf“ möchte ich näher ausführen, wie ich mir diese als „Außenstehende“ vorstelle:

    „Jedenfalls nicht in einem politischen System wie dem derzeitigen“:
    Erst müsste i n n e r h a l b eines völlig neuen politischen Systems - und diesmal auf demokratische Art und Weise, d.h. IT-gestützt ausgehend von der Stimmabgabe eines jeden einzelnen Bürgers zur jeweils gestellten Frage – der der objektiven Bedeutung eines in Geld gehandelten Wirtschaftsguts für die Gesamtheit aller Wirtschaftsteilnehmer (also aller Menschen) entsprechende, d.h. aus mathematischer Sicht: der sich der Realität am weitesten annähernde in Zahlen ausgedrückte „Wert“ eines Gutes ermittelt werden. D.h., dieser Wert würde sozusagen den objektiven Mittelwert aus der jeweiligen subjektiven Bewertung eines Wirtschaftsguts durch jeden einzelnen Bürger (in der Summe also a l l e r Bürger!) abbilden.

    Hierzu eine Methodik zu definieren und festzulegen - und dann eine ganz neue, demokratisch legitimierte Währung (= Geld) zu erschaffen, die (bzw. das) den objektiven Wert eines jeden einzelnen gehandelten Guts – materieller wie immaterieller Art!– wiedergibt, wäre m.E. eine ebenso sinnvolle wie dringliche Aufgabe für alle Experten, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Geld befassen.

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