Quartalsbericht
ING bricht ein Fünftel des Gewinns weg

Der niederländische Finanzkonzern ING hat mit seinem Gewinn im vergangenen Quartal die Erwartungen von Analysten verfehlt. Grund waren teils Rückstellungen für Kreditausfälle. Nun verkauft der Konzern seine Asientöchter.
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AmsterdamDer niederländische Finanzkonzern ING verkauft seine Versicherungs-Töchter in Asien aller Voraussicht nach scheibchenweise. Damit sollen der auf bis zu sieben Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) taxierte Erlös maximiert und der Verkaufsprozess beschleunigt werden.

"Einiges wird schneller gehen als anderes, Gemeinschaftsunternehmen brauchen mehr Zeit. Einiges wird relativ schnell gehen", sagte ING-Chef Jan Hommen am Mittwoch bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Insgesamt liege die Bank aber mit dem Verkauf der Versicherer und Vermögensverwalter in Asien im Plan. Für das europäische Versicherungsgeschäft sei ein Börsengang die erste Wahl. Bei den Vorbereitungen werde die ING einen Zahn zulegen, sagte Hommen.

Auch das US-Geschäft wird an die Börse gebracht. Für alle Versicherer in Asien zusammen waren nach Reuters-Informationen nur zwei Bieter übrig geblieben: die kanadische Manulife und die Nummer drei auf dem Kontinent, die ehemalige AIG-Tochter AIA. Doch ihre Offerten sind für ING unattraktiv. Lukrativer dürfte es daher sein, das Geschäft in drei Teilen abzugeben: Südostasien, Südkorea und die attraktiven Teile des Japan-Geschäfts. Dazu wollte sich Hommen nicht konkret äußern.

ING hatte in der Finanzkrise 2008 zehn Milliarden Euro vom Staat gekommen. Die EU-Kommission zwang den Finanzkonzern daher, seine Bilanzsumme bis 2013 um fast die Hälfte zu reduzieren und das Versicherungsgeschäft zu verkaufen. Mit dem Erlös sollen die Staatshilfen zurückgezahlt werden.

Im Kerngeschäft bekommt ING die Euro-Schuldenkrise immer mehr zu spüren. Der Nettogewinn fiel im zweiten Quartal um 22 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Kein von Reuters befragter Analyst hatte ein so geringes Ergebnis erwartet.

Vor allem in Spanien und Griechenland musste der Finanzkonzern Rückstellungen für faule Kredite bilden. Die Aktie wurde daraufhin mit Abschlägen von 1,9 Prozent gehandelt. Die Bank wolle ihr Engagement in spanischen Staatsanleihen herunterfahren, um Refinanzierung und Geschäft in dem Land in der Balance zu halten, kündigte Hommen an.

"Wir haben unsere Bemühungen beschleunigt, Risiken aus unserem Investment-Portfolio herauszunehmen." Viele Institute versuchen derzeit, in den wackligen Euro-Ländern ihre Verpflichtungen und Kredite in Übereinstimmung zu bringen, um von einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Bei den Versicherern der Gruppe lief vor allem das Geschäft in den Benelux-Staaten überraschend schlecht, insgesamt brach das Ergebnis hier um mehr als die Hälfte auf 229 Millionen Euro ein. In der Banksparte blieben mit 995 Millionen Euro 13 Prozent weniger übrig als vor einem Jahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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