Quartalsbilanz
Commerzbank rutscht tief in die roten Zahlen

Der Abbau Tausender Stellen hat bei der Commerzbank im zweiten Quartal ein tiefes Loch in die Bilanz gerissen. Auch das operative Geschäft läuft schlechter als ein Jahr zuvor. Die Aktie fällt zum Börsenstart deutlich.
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FrankfurtDer Abbau Tausender Stellen hat die Commerzbank im zweiten Quartal noch tiefer als erwartet in die roten Zahlen gedrückt. Unterm Strich fiel ein Verlust von 637 Millionen Euro an – nach einem Gewinn von neu ausgewiesenen 215 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Geldhaus am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Auch im Tagesgeschäft lief es schlechter: Der operative Gewinn sank von revidierten 351 Millionen auf 183 Millionen Euro. Die Erträge – die gesamten Einnahmen – gingen von 2,24 Milliarden auf 2,07 Milliarden Euro zurück. Trotzdem soll es zum Jahresende zu einem „leicht positiven“ Ergebnis reichen.

Bis der tiefgreifende Konzernumbau sich auszahlt, dürften aber noch zwei Jahre vergehen. In diesem Jahr werden der Commerzbank nur Sondererträge von 390 Millionen Euro – vor allem aus dem Verkauf der Zentrale in Frankfurt – zu einem kleinen Gewinn verhelfen.

Die Commerzbank hatte bereits angedeutet, wie das Quartal gelaufen ist, als sie die Rechnung für den Stellenabbau präsentierte: Genau 807 Millionen Euro stellte das Institut für Abfindungen und andere Kosten zurück. Die teilverstaatlichte Commerzbank hatte im Herbst angekündigt, bis zum Jahr 2020 insgesamt 9.600 Vollzeitstellen zu streichen. An ihren Filialen hält sie dagegen fest.

Der Verlust fiel im ersten Halbjahr etwas höher aus als Analysten erwartet hatten – sie hatten mit einem Minus von 556 Millionen Euro gerechnet. Grund dafür ist ein schwächeres operatives Geschäft. Mit 515 Millionen Euro lag der operative Gewinn um 19 Prozent unter dem Vorjahr. Das liege auch daran, dass die Bank mehr für die Kundengewinnung und die Digitalisierung des Geschäfts ausgegeben habe, hieß es in der Mitteilung.

Trotz der Restrukturierungsaufwendungen liegt die harte Kernkapitalquote bei 13,0 Prozent. Noch im ersten Quartal dieses Jahres betrug diese Quote 12,5 Prozent. Der Kurs der Aktie liegt zum Handelsauftakt 2,3 Prozent im Minus und notiert bei 10,95 Euro.

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