Quartalsbilanz des Rückversicherers: Münchener Rück dürfte weniger verdient haben

Quartalsbilanz des Rückversicherers
Münchener Rück dürfte weniger verdient haben

Die Münchner Rück dürfte bei ihrer Bilanzpressekonferenz am Mittwoch nach Einschätzung von Analysten ein Vorsteuerergebnis für das vierte Quartal verkünden, das deutlich hinter dem der Vorquartale und des Vorjahresabschnitts zurückgeblieben ist. Gleichwohl dürfte der Rückversicherer sein Ergebnisziel für 2006 erreicht haben.

HB MÜNCHEN. Als Grund für den gefallenen Gewinn von Oktober bis Dezember sehen die Analysten vor allem ein niedrigeres Ergebnis aus Kapitalanlagen, einen Rückgang der Prämieneinnahmen und möglicherweise auch eine neuerliche Rückstellung für Asbestschäden. Die Münchner Rück ist nach Beitragseinnahmen weltweit die Nummer zwei unter den Rückversicherern.

Für das vierte Quartal rechnen zehn von Dow Jones Newswires befragte Analysten im Konsens mit einem Ergebnis nach Steuern und Drittanteilen von 627 Millionen Euro nach 1,339 Milliarden Euro vor Jahresfrist. In den Quartalen eins bis drei hatte die Münchener Rück ein Nachsteuerergebnis von 959 Millionen, 1,125 Milliarden bzw. 715 Millionen Euro verdient.

Das operative Ergebnis ging den Schätzungen zufolge im Schlussquartal von 1,2766 Milliarden Euro vor einem Jahr auf 972 Millionen Euro zurück. Das Kapitalanlageergebnis wird nur noch bei 1,948 Milliarden Euro gesehen im Vergleich zu 2,766 Milliarden Euro vor einem Jahr. Die Bruttobeitragseinnahmen dürften bei 9,4 Milliarden Euro gelegen haben, während sie im Schlussquartal des Vorjahres bei 9,5 Milliarden Euro lagen. Ein Jahr zuvor hatte die Münchener Rück durch den Tausch ihres Aktienpakets an der HypoVereinsbank in Papiere der Unicredit einen Buchgewinn von 1,15 Milliarden Euro erzielt.

Die Münchener Rück habe im vierten Quartal wahrscheinlich deutlich weniger Gewinne aus Kapitalanlagen realisiert, sagte Analyst Andreas Schaefer von der WestLB. Das Geschäft der Rück- und der Erstversicherung dagegen sei „sehr gut“ gelaufen.

Die Analysten von Vontobel erwarten für das vierte Quartal Sondereffekte, beispielsweise Abschreibungen. Die Münchener Rück habe einen positiven Steuereffekt von rund 400 Millionen Euro aus der Neufassung des deutschen Körperschaftssteuergesetzes angekündigt, aber ihr Ergebnisziel für das Gesamtjahr nicht angehoben, begründen die Analysten die erwarteten Sonderbelastungen. Zugleich verweisen sie auf die operative Stärke der Münchener Rück und veranschlagen in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung eine Combined Ratio von 92,2 Prozent für 2006. Der Analysten-Konsens geht für das Gesamtjahr von 92,3 Prozent aus, nachdem die Quote ein Jahr zuvor durch die extrem hohen Schäden aus den Hurricans an der US-Südküste auf 111,7 Prozent angestiegen war. Ein Wert unter 100 Prozent drückt aus, dass die Aufwendungen im Versicherungsbetrieb niedriger als die Beitragseinnahmen waren, das Unternehmen also mit Gewinn wirtschaftet.

Die Münchener Rück könnte 2006 weitere Rückstellungen für Asbestschäden gebildet haben, erwarten Analyst Thorsten Wenzel von der DZ Bank wie auch weitere Experten. Diese Aufwendungen könnten aus Rückstellungen für bereits eingetretene aber noch nicht gemeldete Schäden IBNR (Incurred but not reported) beglichen werden. Die Münchener Rück hatte für die 1996 gekaufte US-Tochter American Re bislang insgesamt rund 4,5 Milliarden Dollar an Kapitalspritzen und Rückstellungen vorwiegend für Asbestschäden geleistet.

Die Münchener Rück selbst hat bislang für 2006 ein Ergebnis nach Steuern zwischen 3,2 Mrd und 3,4 (Vorjahr: 2,679) Milliarden Euro angekündigt, während die Analysten mit im Schnitt 3,436 Milliarden Euro etwas mehr erwarten. Die Bruttoprämieneinnahmen sehen die Experten im Gesamtjahr bei 37,840 (Vorjahr 38,199) Milliarden Euro.

Das ursprüngliche Ziel einer Rendite auf das Risikokapital (RoRAC) von 15 Prozent hatte die Münchener Rück angesichts nur äußerst niedriger Belastungen aus Naturkatastrophen bereits nach neun Monaten mit einer Rendite von 16,5 Prozent übertroffen. Der Konzern hatte zugleich eine höhere Dividende in Aussicht gestellt. 2005 betrug die Ausschüttung 3,10 Euro je Aktie.

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