Quartalsbilanz
HRE ist auf dem Weg, eine normale Bank zu werden

Die Kernsparte der Hypo Real Estate hat im ersten Quartal des Jahres 52 Millionen Euro Gewinn gemacht. Dabei half ein kleiner Trick: Die HRE stellte sich mit der Bilanzierung der Bad Bank geschickt an.
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MünchenDie nur knapp dem Zusammenbruch entgangene Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) sendet wieder Lebenszeichen. Seine jüngsten Sanierungsfortschritte bestätigte der inzwischen verstaatlichte frühere Dax-Konzern mit dem zweiten Quartalsgewinn in Folge. Von Januar bis März wurden vor Steuern 163 Millionen Euro verdient, wie die Bank am Freitag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von 324 Millionen Euro zu Buche. Allerdings hievten nun Sondereffekte wie der lukrative Rückkauf von Pfandbriefen das Ergebnis in die Höhe.

Auch im Gesamtjahr könnte es besser laufen als zuletzt erwartet. Denn die HRE könnte womöglich um die im Raum stehende Zahlungsauflage von bis zu 1,59 Milliarden Euro für die Nutzung der Bad Bank herumkommen. Dieser Betrag könne eventuell mit dem Eigenkapital verrechnet und müsste dann nicht ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht werden, erklärte ein Sprecher. Das sei für die die HRE ohne neue Finanzspritzen zu verdauen. So könnte am Ende neben der Kernsparte pbb Deutsche Pfandbriefbank auch der Konzern einen Gewinn 2011 ausweisen.

Die Entscheidung über die Zahlungsauflage fällt der Bankenrettungsfonds SoFFin. Die HRE hat ihre schlimmsten Wertpapiere und Kredite im Volumen von 173 Milliarden Euro im vergangenen Herbst in die Bad Bank FMS Wertmanagement ausgelagert, für die der Bund haftet. Seitdem ist die HRE-Gruppe wieder in den schwarzen Zahlen. Nachhaltige Gewinne sind die Voraussetzung, um das Institut, das in der Finanzkrise nur mit staatlichen Hilfen von rund 150 Milliarden Euro gerettet werden konnte, in einigen Jahren zu privatisieren. Dafür ist auch eine attraktive Rendite wichtig. Eine Abwicklung, wie sie manche Politiker in Berlin fordern, will Bankchefin Manuela Better auf alle Fälle verhindern.

In der Kernbank pbb summierte sich der Quartalsgewinn auf 52 Millionen Euro nach einem Verlust von 177 Millionen im Jahr zuvor. Dabei profitierte das Institut trotz des verkleinerten Portfolios von höheren operativen Erträgen und dank der Erholung der Märkte auch von einer verbesserten Risikovorsorge für faule Kredite. Der zukunftsträchtige Teil der Gruppe soll am Markt wieder Fuß fassen. Und so ging die HRE-Tochter von Januar bis März Neugeschäft im Volumen von 2,2 Milliarden Euro ein - deutlich mehr als im Jahr zuvor. 1,6 Milliarden Euro entfallen dabei auf den Immobilienbereich, 600 Millionen auf die Finanzierung des öffentlichen Sektors. Im Gesamtjahr könnten es früheren Angaben zufolge bis zu acht Milliarden Euro sein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Quartalsbilanz: HRE ist auf dem Weg, eine normale Bank zu werden"

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  • Jaja, der Steuerzahler: 170 schlappe Milliarden, von denen der Großteil sicher zu entrichten sein wird.
    Selbst wenn die HRE jedes Jahr 1 Mrd Gewinn machen würde, es dauert fast 200 Jahre bis man "glatt" ist: lol

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