Quartalsbilanz
Rekordziel der Deutschen Bank wackelt

Zehn Milliarden Euro Gewinn will Konzernchef Ackermann in diesem Jahr schaffen - so viel wie noch nie. Die Schuldenkrise in Europa macht Deutschlands größtem Geldhaus aber zu schaffen.
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FrankfurtDie Deutsche Bank bereitet die Märkte darauf vor, dass sie ihr ehrgeiziges Gewinnziel für das laufende Jahr verpassen könnte. Institutschef Josef Ackermann versicherte bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das zweite Quartal zwar, das geplante Vorsteuerergebnis von zehn Milliarden Euro sei "nach wie vor in Sichtweite". Allerdings seien die Rahmenbedingungen schwieriger geworden, die Prognose für den wichtigsten Ertragsbringer, das Investment-Banking, könnte daher "nur schwer zu erfüllen sein". Der Aktienkurs legte zum Handelsstart dennoch mehr als ein Prozent zu.

„Vieles hängt von einer reibungslosen und nachhaltigen Lösung der europäischen Schuldenkrise ab“, warnte Ackermann im am Dienstag veröffentlichten Quartalsbericht an die Aktionäre. „Eine weitere Voraussetzung ist ein deutlich verbessertes operatives Geschäftsumfeld in der zweiten Jahreshälfte 2011.“ In den ersten sechs Monaten verdiente das größte deutsche Geldhaus vor Steuern 5,5 Milliarden Euro und damit mehr als die Hälfte der angestrebten Summe.

Im zweiten Quartal hat die Bank ihren Gewinn zwar gesteigert, die Erwartungen der Märkte aber nicht erfüllt. Das Kreditinstitut verdiente zwischen April und Juni vor Steuern 1,8 Milliarden Euro, 254 Millionen Euro mehr als vor einem Jahr. Unter dem Strich stieg der Überschuss um drei Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Analysten hatten mit jeweils noch etwas stärkeren Anstiegen gerechnet. Die Erträge legten um fast ein Fünftel zu, verpassten aber mit 8,5 Milliarden Euro ebenfalls die Schätzungen der Experten, die 8,8 Milliarden Euro erwartet hatten.

Im zweiten Quartal glänzte vor allem das Privatkundengeschäft, das Ackermann durch die Übernahme der Postbank im vergangenen Jahr stark ausgebaut hatte. Für das zweite Quartal wies das Institut im Geschäft mit Privatkunden und in der Vermögensverwaltung (PCAM) einen Vorsteuergewinn von 684 Millionen Euro aus. Das war mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr.

Das Investment-Banking bekam nach Angaben des Instituts die Folgen der Schuldenkrise in Europa zu spüren. Der Gewinn der Sparte stieg trotz sinkender Erträge im Aktienhandel im zweiten Quartal um ein Viertel auf fast eine Milliarde Euro.

Zudem teilte das Institut mit, 155 Millionen Euro auf die griechischen Staatsanleihen in seinen Büchern abgeschrieben zu haben. Darin sind allerdings noch nicht die Auswirkungen des in der vergangenen Woche beschlossenen Rettungspakets enthalten, erklärte ein Sprecher bei der Zahlenvorlage. Die genauen Folgen einer freiwilligen Beteiligung an den Hilfen werde noch geprüft, heißt es im Quartalsbericht.

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  • 100% Zustimmung !

    Der Schattenkanzler Ackermann hat die ganze
    Merkel- Regierung im Griff u. besonders Merkel selbst .

    Die DB ( Ackermann ) ist hier ganz diplomatisch
    vorgegangenn u hat angeblich eine weiße Weste .

    Ackermann der Trickser im negativen Sinn!!

  • Ist der Gewinn nach Steuern um drei Prozent gestiegen oder doppelt so stark, und zwar um knapp 6%?
    Laut Zwischenbericht Seite 47 hat die Deutsche im Q2 2011 1,233 Mrd. € nSt. verdient und im Q2 2010 1,166 Mrd. €.
    Das wären +5,746% bzw. 67 Mio. €.
    Die 3% ergibt sich lediglich, wenn man die exakte Vorjahreszahl auf die nach unten gerundeten Größe (1,2 Mrd. €) bezieht.
    Grüße
    tb

  • @huensche

    Sorry, ich hatte vergessen zu erwähnen, dass sich jeder seine Option selbst heraussuchen kann.

    Wer von außen Druck machen möchte, der unterhält halt keine Konten zur Deutschen Bank. Wer von innen Änderungen erreichen will, der muss sich dann halt eine Aktie kaufen.

    Das die Deutsche Bank sicher durch die Krise gekommen ist, kann man so sagen, ja. Man könnte aber auch fragen, wer den Landesbanken und der HRE die ganzen ABS-Papiere aus den USA verkauft hat. Die USA untersuchen ja das Verhalten von MortgageIT (Tochter der Deutschen Bank) gerade, leider scheut man sich in Deutschland davor, die Rolle der Deutschen Bank im Vorwege der Krise zu untersuchen.

    Also so schuldlos sind sie nicht an der Krise :)

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