Quartalsbilanz
Unwetter kosten Versicherer Zurich viel Geld

Der fünftgrößte Versicherer Europas macht im zweiten Quartal deutlich weniger Gewinn. Immerhin aber fiel der Rückgang bei den Schweizern weniger drastisch aus als bei der Nummer eins in Europa, der deutschen Allianz.

ZürichDie Zurich Insurance Group macht bei der Sanierung ihres Kerngeschäfts Fortschritte. Zwar brockten hohe Schadenzahlungen und Kosten für den Konzernumbau Europas fünftgrößtem Versicherer im zweiten Quartal einen um zwölf Prozent auf 739 Millionen Dollar verringerten Gewinn ein. Das Unternehmen schnitt dabei allerdings besser ab als Analysten erwartet hatten. Diese hatten durchschnittlich 701 Millionen Dollar Überschuss prognostiziert. In der größten Sparte Schadenversicherung zeigen die Sanierungs- und Sparmaßnahmen Wirkung. Der neue Konzernchef Mario Greco hat aber noch mehr Arbeit vor sich, um den Konzern auf Wachstum zu trimmen und die Rentabilität zu verbessern.

Neue Finanzziele nannte der seit März an der Spitze stehende Italiener nicht. „Wir sind zuversichtlich, dass wir durch die weitere Umsetzung unserer Verbesserungsmaßnahmen unseren Aktionären im Jahr 2016 und darüber hinaus eine gute Rendite bieten können“, sagte der vom Rivalen Generali abgeworbene Manager. Die neue Geschäftsstrategie will Greco im November vorstellen. „Strategie ist nicht nur, was der CEO denkt.“ Strategie müsse im Unternehmen verankert sein und das erfordere Arbeit, Koordination und müsse alle Mitarbeiter einbinden. „Andernfalls sind es bloß Worte.“

Greco hat dem Konzern bereits eine neue Struktur verpasst, um ihn rentabler zu machen. Zurich machten zuletzt hohe Schadenzahlungen und Altlasten im Kerngeschäft Schadenversicherung zu schaffen. Das Unternehmen hatte nach einer Gewinnhalbierung im vergangenen Jahr sein Rentabilitätsziel gekippt und den Sparkurs verschärft.
Zukäufe stehen für Greco momentan nicht oben auf der Agenda. Hingegen erwägt er den Ausstieg aus Geschäften, von denen Zurich nicht überzeugt ist.
Die Prämieneinnahmen steigerte Zurich von April bis Juni um zehn Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. In der Schaden-Sparte betrug der Zuwachs ebenfalls zehn Prozent. Die mit nahezu 70 Prozent Prämienanteil größte Geschäftseinheit arbeitete rentabel, obwohl Überschwemmungen in Europa, Hagelstürme in den USA und Waldbrände in Kanada mit rund 200 Millionen Dollar zu Buche schlugen. Der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich zum Vorjahr trotzdem um einen Prozentpunkt auf 99 Prozent. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind Schaden- und Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Europas größter Versicherer Allianz hatte wegen zahlreicher Unwetter im zweiten Quartal um fast die Hälfte weniger verdient.
An der Börse kamen die Zahlen gut an. Mit einem Kursplus von vier Prozent setzten sich die Zurich-Aktien an die Spitze der europäischen Versicherungswerte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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