Quartalsergebnis UBS

Neue Ziele und neuer Vorstand bei der UBS

Die größte Schweizer Bank muss ihre Renditeziele in die Zukunft verschieben, personell tut sich einiges, und auch zu Fifa-Verbindungen äußert sich die UBS. Da rücken die Quartalsergebnisse fast in den Hintergrund.
Update: 03.11.2015 - 09:34 Uhr
Die Schweizer Großbank muss Renditeziele reduzieren. Quelle: dpa
UBS

Die Schweizer Großbank muss Renditeziele reduzieren.

(Foto: dpa)

ZürichDie Schweizer Großbank UBS überraschte bei der Quartalspräsentation gleich doppelt: Die Bank baut den Vorstand um und verschiebt ihr Renditeziel in die Zukunft. Der Chef der US-Vermögensverwaltung, Robert J. McCann verlässt den Vorstand und wird Chairman der Sparte. Sein Nachfolger wird Tom Naratil, der bisher Finanzchef war.

Neue Finanzchef soll Kirt Gardner werden, der bisher diese Funktion in der UBS Kernsparte Wealth Management inne hatte. Neu in den UBS-Vorstand stößt der Axel Lehmann, der von Naratil den Posten des COO übernimmt. Lehman war bis vor kurzem Risikovorstand der Zurich-Versicherung und Mitglied im Verwaltungsrat der UBS; dort scheidet er nun aus.

Zudem hat UBS seine Zielvorgaben dem verschlechterten Umfeld angepasst und seine Renditeziele in die Zukunft verschoben. Neu soll die bereinigte Eigenkapitalrendite erst 2017 die angestrebten 15 Prozent erreichen. Bisher wollte die Bank dieses Ziel bereits in diesem Jahr erreichen.

Diese Leichen haben Europas Banken noch im Keller
Moody's nimmt Banken unter die Lupe
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Die Ratingagentur Moody’s hat die Altlasten der fünf größten Banken Europas unter die Lupe genommen. Konkret hat sie die sogenannten „Legacy Assets“ und die „Risk-weighted Assets“ (RWA) analysiert. Bei Erstem handelt es sich um Kapitalanlagen, die sich bereits seit langer Zeit im Portfolio der Bank befinden und in der Regel wertlos sind beziehungsweise keine Renditen mehr liefern. Die RWAs sind hochriskante, meist derivative Produkte, die ebenfalls nicht mehr zum Kernportfolio einer Bank gehören.

Die Nachteile der Papiere
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Ein hoher Anteil an Legacy Assets, die im Volksmund als toxische Papiere bekannt sind, hat den Nachteil, dass Banken im Gegenzug hohe regulatorische Kapitalreserven aufbauen müssen. Bei den RWAs ist es ähnlich. Ein hoher Anteil an RWAs weist in der Regel auf eine riskante Portfoliogewichtung einer Bank hin, welche wiederum mit höheren Liquiditätsreserven beziehungsweise hartem Kernkapital abgesichert werden müssen. Das harte Kernkapital bildet sich unter anderem aus dem einbehaltenen Gewinn, der nicht mehr investiert werden kann.
Es folgt die Entwicklung der Legacy Assets der untersuchten Banken.

Deutsche Bank
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Deutschlands größte Bank steht im Kreuzfeuer der Justiz. Für die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten hat die Deutschen Bank bereits Milliarden zurücklegen müssen. Beim Verkauf der toxischen Papiere wiederum ist das Geldhaus auf einem guten Weg. Waren 2012 noch 106 Milliarden Dollar dieser Papiere in den Bilanzen der Deutsche Bank, sank die Summe im Jahr darauf auf 71, 2014 auf 43 und im ersten Halbjahr 2015 auf 39 Milliarden Dollar.

Credit Suisse
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Bei der Credit Suisse ist ebenfalls ein negativer Trend bei dem Legacy Assets zu erkennen. 2012 hatte die Schweizer Bank noch toxische Papiere im Wert von 64 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres waren es nur noch 39 Milliarden Dollar. Hilfreich für den Verkauf dieser Papiere sind vor allem die derzeit niedrigen Zinsen. Insgesamt sank der Wert der toxischen Papiere bei den Banken Barclays, Credit Suisse, Deutsche Bank, RBS und UBS um 30 Prozent von 1,2 Billionen im Jahr 2013 auf 867 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr 2015.

UBS
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2012 hatte die UBS noch einen riesigen Batzen an Legacy Assets (458 Milliarden Dollar). In den Folgejahren konnte das Schweizer Finanzinstitut diesen aber abarbeiten. Im ersten Halbjahr 2015 blieben noch 121 Milliarden Dollar übrig. Die Reduzierung von toxischen Papieren hilft Banken ihre Gesamtprofitabilität zu erhöhen. Zeitgleich senken sie die Schwankungsanfälligkeit ihrer Einnahmen. Außerdem gilt: je geringer die Aktivität im Markt mit Hebelprodukten, desto besser das Kreditprofil einer Bank.

Barclays
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Die britische Investmentbank hat in ihrem Portfolio die meisten toxischen Papiere unter den untersuchten Banken. 2013 lag der Wert bei satten 803 Milliarden Dollar. Ein Jahr später waren noch 741 Milliarden Dollar übrig. Im ersten Halbjahr 2015 betrug der Wert der Legacy Assets 531 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland (RBS)
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Während der Finanzkrise 2008/2009 entging die RBS nur haarscharf dem Kollaps. Allerdings nur weil die britische Regierung der Bank rettend unter die Arme griff. Die Reduzierung der toxischen Papiere läuft dennoch schleppend. Waren 2012 noch 90 Milliarden Dollar im Portfolio, stieg der Wert 2014 sogar auf 214 Milliarden Dollar. Im laufenden Jahr sank die Summe der Legacy Assets wieder auf 151 Milliarden Dollar.
Es folgt die Entwicklung der Risk-weighted Assets (RWAs) der untersuchten Banken.

Auch die Vorgaben beim Verhältnis aus Einnahmen zu Kosten verschiebt UBS. Neu soll es kurz bis mittelfristig 65 bis 75 Prozent betragen; ursprünglich wollte die Bank schon Ende diesen Jahres Werte von 60 bis 70 Prozent erreichen. Auf lange Sicht hält UBS an diesem Zielwert fest, nennt aber kein Datum mehr, wann es erreicht wird.

UBS muss sich zudem regulatorischen Druck beugen, die dazu führen, dass das Volumen der risikogewichteten Aktiva (RWA) ansteigt. Bei den alten Zielen strebte UBS ein, dass die RWA bis Ende 2017 auf unter 200 Milliarden Franken sinken. Nun strebt die Bank auf kurze bis mittlere Sicht einen Wert von 250 Milliarden an. Das ändert aber nichts an der Kapitalausstattung; die harte Eigenkapitalquote soll mindestens 13 Prozent betragen.

UBS kooperiert bei Fifa-Ermittlungen
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