Quartalsergebnis und Blessing-Rückzug
Das Erbe des Commerzbank-Chefs

Acht Jahre wird Martin Blessing die Commerzbank im kommenden Jahr geführt haben. Doch noch länger will er nicht durchhalten – trotz eines neuen Angebots. Konkrete Pläne für die eigene Zukunft habe er noch nicht.
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FrankfurtEs sind 250 Millionen Euro, mit denen Martin Blessing auf der Hauptversammlung der Commerzbank im kommenden Jahr die Aktionäre trösten will. So viel macht die von ihm am Montagmorgen angekündigte Dividende in Höhe von 20 Cent je Aktie aus. Es wird das Abschiedsgeschenk des Managers nach dann acht Jahren an der Spitze der Bank sein.

Denn am Vorabend hatte die Bank mitgeteilt, dass Blessing ein Angebot ausgeschlagen habe, auch über Oktober 2016 hinaus noch Chef der Commerzbank zu sein. Nicht nur die Dividende, auch das hartnäckige Arbeiten und sein Schritt-für Schritt-Management auf dem Weg, die Commerzbank zu stabilisieren und in ruhiges Fahrwasser zu bringen, dürfte den Aufsichtsrat zu dem Angebot bewogen haben.

In den vergangenen Jahren hatte der heute 52-Jährige mehrfach schwer in der Kritik gestanden. Doch er zeigte Kämpferqualitäten und biss sich durch. Inzwischen zahlt sich der von ihm vor drei Jahren eingeleitete massive Umbau der seit der Finanzkrise teilverstaatlichten Bank aus. „Er hat die Bank auf niedrigem Niveau stabilisiert, aber über dem Berg ist sie noch lange nicht“, so Aktionärsschützer Klaus Nieding zum Handelsblatt.

Nach eigenen Angaben hat Blessing noch „noch keine konkreten Pläne“ für die weitere berufliche Zukunft, wie es in einem am Montag im Intranet der Bank veröffentlichten Interview hieß. „Und ich bin ja auch noch ein Jahr da.“ Nun gehe es erst einmal darum, „den Kollegen und der Bank beim Führungswechsel zu helfen“.

Nach Steuern hat die Commerzbank von Juli bis September zwar 207 Millionen Euro verdient und damit acht Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Grund dafür sind vor allem deutlich höhere Steuerzahlungen in diesem Jahr. Doch das operative Ergebnis habe deutlich von 343 auf 429 Millionen Euro zugelegt, so das Institut. Damit ist es Blessing geglückt, die Schätzungen von Analysten zu übertreffen, die von einem stagnierenden Ergebnis ausgegangen waren. Ein Baustein für den Erfolg war unter anderem eine auf 146 Millionen Euro mehr als halbierte Risikovorsorge für faule Kredite in den Büchern (Hier mehr Details zu den Quartalszahlen).

Gerade einmal gut hundert Tage war Blessing im Amt, da gelingt dem Banker im Spätsommer 2008 der größte Deal in der deutschen Finanzindustrie seit Jahren: Die Übernahme der Dresdner Bank soll die Commerzbank zum zweiten „nationalen Champion“ nach der Deutschen Bank machen. Doch der Traum vom Erfolgskonzern ist schnell zu Ende – für Blessing beginnen Jahre der Qualen.

Die Dresdner-Altlasten sind gewaltig, die Schockwellen der Pleite der US-Großbank Lehman Brothers reißen auch die Commerzbank fast in den Abgrund. Der Staat rettet den Frankfurter Dax-Konzern mit Steuermilliarden und wird zur Sicherheit gleich dessen größter Aktionär. Blessing muss sich öffentlich als „Staatsbanker“ verulken lassen und bekommt in der Branche den Spitznamen „Merkels Pudel“ verpasst. Sein Gehalt wird auf 500.000 Euro begrenzt, es gibt Phasen, da verdient der Chef der Tochterbank Comdirect mehr als Blessing.

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  • Schade das Herr Draghi bereits unter Vertrag steht:) Wenn er spricht, brummt die
    Wirtschaft zumindest die Finanzwirtschaft..Morgen ist es wieder soweit, da wollten
    sicher einige noch günstig einsteigen. Deshalb wurde der Dax wohl auch 230 Punkte tiefer "gehandelt" vor Börseneröffnung. Wenn wir noch einmal 1600 Punkte zulegen in 4 Wochen, dann hat der Dax bis Jahresende sogar das JH noch überboten. Vielleicht hat Herr Blessing auch keine Vertragsverlängerung mehr gewollt, weil es jetzt noch für gute Nachrichten gereicht hat. Ich finde das auch "logisch" angesichts der Nachrichten.
    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/menschen-mit-job-rutschen-haeufiger-in-die-ueberschuldung-13889046.html
    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/neuer-rekord-bei-zahl-der-mittelmeer-fluechtlinge-13888832.html
    Die vielen Manipulationsvorwürfe fallen nicht ins Gewicht, oder die Milliardenverluste

  • Wenn Hr. Blessing sich mit seiner Frau D. Blessing über beruflichen Erfolg unterhält, wird das Gespräch immer sehr einseitig und sachlich wie emotional ausgesprochen belastend für Hr. Blessing. Dann doch lieber nichts tun.

  • Auffällig ist es schon, das Montagsmorgens bevor die Frankfurter Börse öffnet, der Dax
    130 Punkte nach unten "abverkauft" wird, um 2 Stunden später über 200 Punkte zugelegt zu haben. Und wenn es das 1. Mal wäre, aber wir hatten das gleiche SPIEL
    vor der EZB Sitzung, auch Montagsmorgens. Und gleichzeitig warnt die EZB vor diesen "Schattenbanken", sorry aber sind sie zu blöd das abzustellen?
    Da es ja um die Derivate geht, welche abgerechnet zu Daxkursen die eben auf der Anzeigentafel nicht erscheine, staunt man nicht schlecht wenn 80!!! Derivate die bereits wertlos "gehandelt" wurden, nun plötzlich 2 Euro kosten. Aus nichts bei
    10000 Stück wieder 20000 Euro zu machen, ist wohl das Gesetz der Wirtschaft:)
    Aber scheinbar sieht unser BaFin gar nicht, das die Derivate bei 9300 abgerechnet wurden, aber der Dax in Frankfurt dies nie erreichte. Da kann doch irgendwas nicht
    stimmen. Überall wird manipuliert, aber das selbst der Deutsche Aktienindex in Frankfurt nicht die Kurse des "Schattenmarktes" stellt, ist wohl mehr als fragwürdig

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