Quartalsergebnisse Royal Bank of Scotland schreibt schwarze Zahlen

Die Royal Bank of Scotland ist im ersten Halbjahr in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Vorsteuergewinn betrug 939 Millionen Pfund (eine Milliarde Euro) nach einem Verlust von zwei Milliarden Pfund ein Jahr zuvor.
Update: 04.08.2017 - 10:54 Uhr Kommentieren
Im vergangenen Jahr machte die Bank noch einen Verlust von zwei Milliarden Pfund. Quelle: Reuters
Royal Bank of Scotland

Im vergangenen Jahr machte die Bank noch einen Verlust von zwei Milliarden Pfund.

(Foto: Reuters)

Berlin/FrankfurtDie krisengeplagte Royal Bank of Scotland (RBS) hat im ersten Halbjahr 2017 deutliche Fortschritte gemacht, muss demnächst aber wohl erneut hohe Sonderlasten wegstecken. Vor Steuern blieb in den ersten sechs Monaten ein Gewinn von 939 Millionen Pfund hängen, umgerechnet gut eine Milliarde Euro, wie das in der Finanzkrise verstaatlichte Geldhaus am Freitag mitteilte. Im Jahr zuvor hatte es in dem Zeitraum noch einen Verlust von mehr als zwei Milliarden Pfund gegeben. Analysten hatten der britischen Bank zudem dieses Mal weniger zugetraut. An der Londoner Börse wurde dies honoriert: RBS-Aktien zogen zeitweise um fünf Prozent an.

Bankchef Ross McEwan sagte, das Unternehmen liefere, was es versprochen habe: die Kosten zu reduzieren und wieder profitabel zu werden. Allerdings ist die RBS gegenüber anderen Banken bei der Sanierung noch deutlich zurück. Seit 2007 gab es keinen Gewinn mehr in einem Gesamtjahr, nur in einzelnen Quartalen.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

Auch 2017 könnten am Ende wieder rote Zahlen in den Büchern stehen. Denn die Briten sind im Skandal um toxische Hypotheken-Papiere noch mit dem US-Justizministerium in Verhandlungen – Altlasten, die aus der Finanzkrise von 2008 rühren. Eine Einigung in diesem Fall gilt als Schlüssel, um in Zukunft wieder eine Dividende ausschütten zu können – und für den Staat, um seine Beteiligung in Höhe von 71 Prozent langsam abbauen zu können.

McEwan sagte, er sei optimistisch, dass es noch im zweiten Halbjahr eine Einigung mit den USA geben könne. Dies sei einer der Gründe, warum die Bank für 2017 keinen Gewinn prognostiziere. Experten rechnen mit einer Milliarden-Strafe. Im ersten Halbjahr musste die RBS für Altlasten 396 Millionen Pfund zurückstellen.

Die Bank teilte zudem mit, mit der niederländischen Zentralbank in Kontakt zu stehen. Die RBS wolle eine Lizenz in dem Land nutzen, um nach dem EU-Austritt Großbritanniens sein Handelsgeschäft in der Europäischen Union von dort zu betreiben.

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