Quartalszahlen
Ackermanns vorletzter Wurf

Sein Gewinnziel für 2011 hat Josef Ackermann kassiert. Mit seinem vorletzten Quartalsbericht als Deutsche-Bank-Chef übertraf er aber die Erwartungen. Das Privatkundengeschäft glich die Schwäche im Investmentbanking aus.
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FrankfurtDie Deutsche Bank hat mit ihren Zahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Vorsteuergewinn lag im abgelaufenen dritten Quartal bei 942 Millionen Euro Gewinn gegenüber einem Verlust von 1,05 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn belief sich auf 725 Millionen Euro im Vergleich zu einem Nettoverlust von 1,21 Milliarden Euro im dritten Quartal 2010. Experten hatten mit 360 Millionen Euro Gewinn gerechnet. Mit höheren Erträgen im Bereich Privatkunden konnte ein Rückgang im Handelsbereich aufgefangen werden.

Im Vergleich zum zweiten Quartal sank der Vorsteuergewinn der Bank jedoch um 28 Prozent. Sie hat im dritten Quartal die von der Euro-Schuldenkrise ausgelösten Turbulenzen an den Kapitalmärkten zu spüren bekommen. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von 228 Millionen Euro. Ihre vor allem bei der Postbank liegenden griechischen Staatsanleihen hat die Deutsche Bank inzwischen auf den Marktwert - also um mehr als die Hälfte - abgeschrieben.

Die Staatsanleihen Italiens, Spaniens, Portugals und Irlands stehen dagegen noch mit 270 Millionen Euro über den aktuellen Marktwerten in der Bilanz des deutschen Branchenprimus, wie Finanzvorstand Stefan Krause am Dienstag vorrechnete. In Staatspapieren der fünf PIIGS-Staaten war die Deutsche Bank Ende September noch mit 4,4 Milliarden Euro engagiert.

Das Investmentbanking war über die Sommermonate schwach verlaufen. In ihrer Investmentbank (CB&S) verdiente die Deutsche Bank im Quartal nur 70 Millionen Euro, vor einem Jahr waren es 1,1 Milliarden Euro. Das zweite Standbein, das durch die Postbank-Übernahme deutlich ausgebaute Privatkundengeschäft (PBC), wirft dagegen immer mehr ab. Hier verdiente die Deutsche Bank im abgelaufenen Vierteljahr vor Steuern 310 Millionen Euro, ein Plus von 27 Prozent.

Die Refinanzierung für 2011 sei bereits abgeschlossen, meldete die Bank. Ihre Kernkapitalquote liege derzeit bei 10,1 Prozent für Ende September.

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hatte bereits vor einem enttäuschenden dritten Quartal gewarnt. Und auch Analysten hatten mit einem ernüchternden Zahlenwerk gerechnet.

Wegen der europäischen Schuldenkrise hatte die Deutsche Bank bereits Anfang Oktober ihr ehrgeiziges Gewinnziel aufgegeben. Der scheidende Vorstandschef Josef Ackermann war sogar seinem großen Ziel abgerückt, noch in diesem Jahr einen Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro vor Steuern im Kerngeschäft zu erreichen.

Diese Marke sei nach einem enttäuschenden dritten Quartal außer Reichweite, weil Besserung nicht in Sicht sei, hatte er auf einer Investorenkonferenz in London eingeräumt. Das operative Ergebnis im Kapitalmarktgeschäft im dritten Quartal sei deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hieß es da.

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  • Binnen dreier Quartale blähte die Dt. Bank ihren "Spieleinsatz" auf 2282 Milliarden Euro auf.
    Bezogen auf den zurückliegenden Jahreswechsel schwoll die Bilanz der Dt. Bank um 376 Mrd. Euro an. Schon allein dieser Differenzbetrag entspricht dem Umfang der vielbeschworenen Staatsverschuldung Griechenlands. Während die Bilanz (als Spieleinsatz) der Dt.Bank um 376 Mrd. auf 2282 Mrd. Euro anschwoll, stieg das Eigenkapital dabei um bescheidene 3,1 Mrd. Euro.
    Das Bilanzriesenrad dreht sich auf Pump. Möglich sind solche Schuldenkolosse nur in einem
    durchsubventionierten Umfeld, in dem eine eingeschüchterte Politik servil bemüht ist, jeden
    Windhauch von der fragilen Konstruktion abzuhalten.
    Wenn 0,034% Quartalsgewinn bezogen auf den Gesamteinsatz von den Ackermann-Jüngern als gute Nachricht kolportiert werden, wie mögen dann erst schlechte Nachrichten aussehen ?

  • Gratuliere den Mitarbeitern und der Führung der Deutschen Bank.
    Ich freue mich schon auf die dümmlichen Kommentare und den Schaum vor dem Mund der Dummen Deutschen Linken!

  • Die deutsche Staatsquote ist eine der niedrigsten in der Euro-Zone. Sie ist allerdings von 2008 auf 2009 von 43,8% auf 47,5% gestiegen. Die Steigerung erfolgte wegen der Bankenrettung, der Konjunkturpakete und des gesunkenen BIP. In der Staatsquote sind übrigens die Renten- Kranken- Arbeitslosen- und Pflegeversicherung enthalten (rund 20%)
    FDP-Staat ist schlecht-Excel möchte noch schlechtere Straßen, schlechtere Schulen, Kindergärten und Universitäten, weniger Feuerwehr, weniger Polizei, teurere Grundversorgung durch Privatisierung (Wasser - siehe Berlin) Müllabfuhr, Straßenreinigung usw.

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