Quartalszahlen
Anleger freuen sich über Gewinn von Morgan Stanley

Dank eines positiven Bilanzeffektes hat Morgan Stanley im dritten Quartal einen Milliardengewinn verbucht. Die US-Investmentbank übertraf die Erwartungen der Analysten.
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Nur ein positiver Bilanzeffekt hat Morgan Stanley im dritten Quartal zu einem Milliardengewinn verholfen. Die US-Investmentbank schrieb 3,4 Milliarden Dollar auf die eigenen Verbindlichkeiten in der Bilanz ab, weil deren Marktpreise fielen. Der Nettogewinn lag bei 2,2 Milliarden Dollar oder 1,15 Dollar je Aktie, wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Mit diesem Ergebnis hat die Bank die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Aktie der US-Bank stieg nach der Eröffnung der New Yorker Stock Exchange (NYSE) zeitweise um mehr als drei Prozent.

Die 3,4 Milliarden Dollar aus der Neubewertung der alten Schulden stellen immerhin ein Drittel der Gesamteinnahmen (der sogenannten Erträge) von 9,9 Milliarden Dollar. Im operativen Geschäft - dem Handel, dem Investmentbanking und der Vermögensverwaltung - verzeichnete die Investmentbank im abgelaufenen Quartal Einbußen. Ohne den Buchungstrick wäre Morgan Stanley nur hauchdünn in der Gewinnzone gelandet. Im Vorjahreszeitraum hatte die Investmentbank unterm Strich 91 Millionen Dollar Verlust geschrieben.

Möglich wird der Kniff in der Buchführung ironischerweise dadurch, dass die Banken wegen der schlechteren Lage der Branche für geliehenes Geld höhere Risikoaufschläge bezahlen müssen. Morgan Stanley hat nun auch die schon länger bestehenden Kredite zu den aktuellen Bedingungen bewertet. Den Vorteil der alten Kreditkonditionen gegenüber den neuen schrieb sie sich gut - ganz legal. Auch andere Banken hatten bereits zu diesem Trick gegriffen, nicht jedoch in einem solchen Umfang wie Morgan Stanley.

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  • Die muessen pleite sein.

  • Tolle Idee! Beispielhaft fuer Griechenland!

    Wenn Griechenland das gleiche macht, sind deren Verbindlichkeiten auch nur noch halb so gross. Weshalb wollen die europaeischen Finanzminister ueberhaupt noch beraten.

    Wie muss es b ei Morgan Stanley tatsaechlich aussehen, wenn man schon zu einer derartigen Bilanzierung greift? Und dann so etwas auch noch in der Presse breitzutreten. Der Journalist war besonders klever oder hatte gar keine Ahnung. Ich gehe davon aus, dass hier ein Testballon gestartet wurde. Der Test war: Wenn man schlechte Nachrichten gut verpackt, dann faellt es niemand auf.

    Unvorstellbar was da publiziert wurde! Eine Ueberschuldung eines Unternehmens kann ja demzufolge nie mehr auftreten. Mark to market auf der Aktivseite ist mir ja bekannt, mtm auf der Passivseite jedoch nicht. Weil andere nicht mehr bereit sind Geld zu den alten Konditionen bereitzustellen, soll der Schuldner das Recht haben, auch seine Verbindlichkeiten abzuschreiben.

    Ein Skandal hoch drei oder die Welt hat sich schon weiter gedreht und ich habe es nicht mitbekommen.

  • Mit dem ausgewisenen Gewinn durch Mark-to-Market stellt sich eine Bank ein Armutszeugnis aus.

    Es stellt sich ausserdem die Frage, was ist der Wert vom Buchwert nach SFAS 115-Regelungen.

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