Quartalszahlen
Bank of America meldet Rekordverlust

Die Bank of America hat das zweite Quartal mit einem Rekordverlust abgeschlossen. Das hat vor allem einen Grund. Besser sieht es beim Rivalen Wells Fargo aus. Der meldet einen Rekordgewinn.
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New YorkDie Bank of America hat im zweiten Quartal einen Verlust von 8,8 Milliarden Dollar gemacht. Der Verlust pro Aktie belief sich laut einer Mitteilung vom Dienstag vor Börseneröffnung auf 0,90 Dollar.

Das hat vor allem einen Grund: Das Geldhaus schloss zuletzt einen Vergleich mit Kunden, die die Rücknahme von toxischen Hypothekenpapieren gefordert hatten. Dieser Vergleich kostet die größte US-Bank 8,5 Milliarden Dollar. Daher hatten Analysten mit einem Quartalsverlust von neun Milliarden Dollar gerechnet, nach einem Gewinn von 3,1 Milliarden Dollar zwölf Monate zuvor.

„Die Altlasten aus unserem Hypothekengeschäft haben weiterhin die gute Leistung in unseren Tagesgeschäft überschattet“, sagte Bankchef Brian Moynihan am Dienstag. Eine Gruppe von 22 Investoren, zu denen auch die zwei deutschen Landesbanken LBBW und BayernLB gehören, hatte sich bei US-Hypothekenpapieren übers Ohr gehauen gefühlt und sich mit der Bank of America auf die Milliardenzahlung geeinigt.

Die Bank hatte den Megaverlust bereits vor drei Wochen angedeutet. Die Börsianer waren insofern darauf eingestellt und freuten sich nun vielmehr darüber, dass der Finanzkoloss im Privatkunden-Geschäft und im Investment-Banking zulegen konnte - und das trotz der Unruhe der Finanzmärkte wegen der überbordenden Schulden in Europa und den USA. Allein im Investment-Banking verdiente die Bank of America - die in der Krise die Investmentbank Merrill Lynch übernommen hatte - 1,6 Milliarden Dollar nach knapp einer Milliarde vor Jahresfrist. Ohne die Sonderbelastungen hätte sie nach eigenen Angaben mehr verdient als im Vorjahreszeitraum.

Ohne Sonderposten sei im zweiten Quartal ein Gewinn von 33 Cent je Aktie erwirtschaftet worden. Die Erträge lagen bei 13,2 Milliarden Dollar - knapp eine Milliarde Dollar über den durchschnittlichen Analystenerwartungen. Vor einem Jahr hatten die Erträge aber noch 29,2 Milliarden Dollar erreicht.

„Die Zahlen sind nicht wirklich eine Überraschung, weil die Ankündigung bereits den meisten Donner vorweg genommen hat“, erklärte Analyst Matt McCormick vom Investmenthaus Bahl & Gaynor. Die Bank of America habe aber noch einige Risiken im Zusammenhang mit verbrieften Immobilienkrediten in ihren Büchern stehen. Andere Analysten betonten, die Quartalszahlen seien nicht noch schlechter ausgefallen als ohnehin erwartet. Dies zeige, dass die Bank im Kern stabil sei.

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